Magnetresonanzspektroskopische Messung von Alkohol im Gehirn

Mittels Protonenmagnetresonanzspektroskopie (PMRS) kann die Ethanolkonzentration im Gehirn direkt gemessen werden. Dazu liegen verschiedene Studien vor, die am Menschen- und Primatenhirn die Alkoholkonzentration in verschiedenen Lokalisationen und anatomischen Strukturen untersucht haben. Der bisherige Schwerpunkt der Untersuchungen lag in der Erarbeitung und Optimierung der Methodik; funktionelle Aspekte spielten eine untergeordnete Rolle. In einem Pilotversuch wurde deshalb die Bestimmung der Alkoholkonzentration in den funktionell relevanten Anteilen des Gehirns dreier männlicher Teilnehmer untersucht. Nach mindestens 2-tägiger Alkoholabstinenz und Entnahme einer Blutprobe ("Nullprobe") tranken die Versuchsteilnehmer Wodka in einer anhand der Widmark-Formel individuell errechneten Menge, die zu einer Serumalkoholkonzentration in Höhe von 1,0 g/l führen soll. Nach Entnahme einer weiteren Blutprobe am Ende der Trinkzeit begann die magnetresonanzspektroskopische Untersuchung der Sehrinde (okzipitaler Cortex), des Kleinhirns, des Stirnhirns (frontaler Cortex) und der Basalganglien (Putamen). Die Alkoholkonzentrationen in der am Trinkende entnommenen Blutprobe divergierten stark und lagen zwischen 0,26 und 1,19 g/l (Serum). Ein vollständiger Messzyklus dauerte circa 1,5 Stunden und wurde durch eine Blutentnahme unterbrochen. Die Ethanolkonzentrationen im Hirngewebe betrugen bei Betrachtung aller Areale zwischen 0,28 und 0,45 g/l. Die Ethanolkonzentrationen im Hirngewebe waren in den vier gemessenen Arealen deutlich niedriger als die periphervenösen Alkoholkonzentrationen. Die Messwerte der einzelnen Hirnareale lagen eng beieinander. Lokalisationsbedingte Konzentrationsdifferenzen waren nicht erkennbar. Konzentrationsunterschiede, die den typischen Verlauf der Blutalkoholkurve mit Anflutungs- und Eliminationsphase nachzeichnen, waren schwach ausgeprägt. Die drei Probanden bauten Alkoholkonzentrationen in der erwarteten Größenordnung auf. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist durch die kleine Kollektivgröße limitiert. Die spektroskopisch bestimmten Werte sind als Schätzwerte zu verstehen und weisen größere Standardabweichungen auf als die nach forensischen Kriterien erhobenen Blutalkoholwerte. Beitrag zu den Posterführungen.

  • Availability:
  • Authors:
    • Thierauf-Emberger, A
    • Echle, J
    • Dacko, M
    • Lange, T
  • Publication Date: 2019-3

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 145-6
  • Monograph Title: Verkehrssicherheit und Lifestyle - Smart Drugs and Smartphones. Das 14. Gemeinsame Symposium der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) 2018 in Saarbrücken. Themenheft
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01705926
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 17 2019 8:07AM