ADHS und Fahreignung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine in der Kindheit beginnende Entwicklungsstörung, deren Symptome in bis zu 60 % der Fälle bis ins Erwachsenenalter persistieren. Sie ist gekennzeichnet durch die Symptom-Trias Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder motorische Unruhe. Es muss von einer nicht unerheblichen Anzahl von Kraftfahrern ausgegangen werden, die mit ADHS ein Fahrzeug lenken. Ein genereller Zweifel an der Fahreignung bei ADHS ist nicht berechtigt, sondern es bedarf der sorgfältigen Analyse des Einzelfalls. Eine Begutachtung ist dann angezeigt, wenn gehäufte und auffällige Verstöße gegen Verkehrsvorschriften vorliegen. In der Fahreignungsbegutachtung sollten neben strukturierten klinischen psychiatrisch-diagnostischen Instrumenten die gängigen Verfahren zur psychofunktionalen Leistungstestung eingesetzt werden. In Zweifelsfällen kann eine fachlich begleitete Fahrprobe nötig sein. Erfolgt eine Therapie mit einem Psychostimulanz, das zwar die Symptome der Störung reduziert, aber seinerseits die Fahreignung beeinträchtigen kann, sollten Betroffene besonders sorgfältig untersucht werden.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Tables;
  • Pagination: p101
  • Monograph Title: Verkehrssicherheit und Lifestyle - Smart Drugs and Smartphones. Das 14. Gemeinsame Symposium der Deutschen Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin (DGVM) 2018 in Saarbrücken. Themenheft
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01705903
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 14 2019 10:07AM