Tagungsbericht: 2. Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

Mit einem interdisziplinären, ganzheitlichen Blick hat sich am 13.11.2018 die 2. Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren" an der German Graduate School of Management and Law (GGS) in Heilbronn der rechtlichen und praktischen Seite des Themas gewidmet. Als Meilensteine in der Entwicklung in Deutschland seit der letzten Fachtagung im Juni 2017 ist der Abschlussbericht der Ethik-Kommission zum automatisierten und vernetzten Fahren erschienen, das 8. Änderungsgesetz zum Straßenverkehrsgesetz in Kraft getreten sowie im Mai 2018 der Startschuss zum "Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg" gefallen. Die Referate befassten sich mit den rechtlichten Implikationen, die die Entwicklung und Markteinführung automatisierter und autonomer Fahrzeuge aus Herstellersicht mit sich gebracht haben. Außerdem wurden haftungs- und versicherungsrechtliche Fragestellungen mittels eines Rechtsvergleichs zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich (UK Automated and Electric Vehicles Act) erläutert. Des Weiteren wurde auf die Erprobung automatisierter Fahrsysteme im Rahmen des "Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg", bei dem insbesondere der Stadtverkehr im Fokus steht, eingegangen. Eine Bestandsaufnahme umriss technische und informatorische Aspekte des Einsatzes von Software und Künstlicher Intelligenz (KI) in Fahrzeugen. Zunehmender Hard- und Softwareeinsatz bedingen, dass sich zahlreiche neue Vertragspartner sich in die Lieferkette zwischen Herstellern und Zulieferern eingliedern, was vertraglich mehr Komplexität bedeutet, auch sei eine zunehmende Zahl von Regressfällen zu erwarten. Thema war, wie sich Hersteller und Zulieferer darauf strategisch ausrichten können. Des Weiteren beschäftigte sich die Konferenz mit Technikfolgen, Ethik und Risiken des autonomen Fahrens. Die Fachkonferenz wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, die von den Thesen ausging, dass es für die Entwicklung endkundenmarkttauglicher autonomer Fahrzeuge einen international harmonisierten Regelungsrahmen erfordere und dass die Regulierung des autonomen Fahrens im Grunde die Regulierung von KI sei. Als Resümee der Diskussion stellte sich heraus, dass fachübergreifender Diskurs nötig sei, um ein gemeinsames Verständnis für das Thema zu erlangen, sowie die Schaffung gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz durch fachliche Aufklärung über Potenzial und Risiken autonomer Fahrzeuge. Auf dieser Basis könnten erfolgversprechende Systeme, Regularien und Mobilitätsmodelle entworfen werden, die erwünscht, rechtlich möglich als auch ethisch abgesichert seien. Die nächste Fachkonferenz soll am 26.09.2019 wieder an der GGS in Heilbronn stattfinden.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01704645
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 10 2019 8:02AM