Jugendliche Mopedfahrer besonders gefaehrdete Verkehrsteilnehmer - oesterreichische Studien und Projekte geben Aufschluss zu Ursachen und Risikominimierung

Die Deutsche Gesellschaft fuer Verkehrspsychologie (DGVP e.V.) hat sich die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf wissenschaftlicher Basis zum Ziel gesetzt. Jugendliche Fahranfaenger, die in der Unfallstatistik ueberproportional stark vertreten sind, stellen hier eine wichtige Zielgruppe dar. In Deutschland wurde vor Kurzem der Pilotversuch Mopedfuehrerschein AM15 verlaengert. Um einen Beitrag zur Diskussion in Deutschland zu liefern, werden die bereits vorliegenden Erfahrungen aus Oesterreich vorgestellt. Aufgrund der seit Jahren konstant sehr hohen Unfallbelastung der 15- und 16-jaehrigen Mopedlenker wurden im Rahmen des 5. Forschungscalls des Oesterreichischen Verkehrssicherheitsfonds VSF zum Thema Freiheit auf 2-Raedern - Aber sicher! fuenf Forschungsprojekte zum Thema Mopedsicherheit gefoerdert. Drei Projekte befassten sich mit der Fuehrerscheinausbildung (Lernpaket FIT fuers Moped des Oesterreichischen Jugendrotkreuzes, ModMop – Modernisierung der Mopedausruestung des Kuratoriums fuer Verkehrssicherheit in Kooperation mit dem Automobilclub ARBOE) eines davon auch mit Verkehrsreife (MOVER – Jugendliche MopedlenkerInnen und Verkehrsreife, der sicher unterwegs - Verkehrspsychologische Untersuchungen GmbH in Kooperation mit dem Bonner Institut fuer Rechts- und Verkehrspsychologie e.V.), ein Projekt widmete sich den Themen Mopedunfall und Schutzausruestung (PROTECT ME der TU Graz in Kooperation mit dem Forschungszentrum fuer Kinderunfaelle) und ein Projekt untersuchte das Tunen von Mopeds (TUNE-IT der TU Graz in Kooperation mit dem Forschungszentrum fuer Kinderunfaelle). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die sehr hohen Unfallzahlen der Altersgruppe auf die noch nicht voll entwickelten Verkehrskompetenzen, insbesondere auf zwar jugendtypische, aber aus Verkehrssicherheitsperspektive unguenstige Einstellungs- und Persoenlichkeitsmuster sowie nicht ausreichend ausgebildete kognitive Leistungsfaehigkeit zurueckzufuehren sind. Die besonders gefaehrdeten Jugendlichen koennen mithilfe eines kriteriumsvaliden verkehrspsychologischen Screenings identifiziert werden. Zur Risikominimierung schlagen die verschiedenen Projekte einhellig neben unterschiedlichen bewusstseinsbildenden Massnahmen auch eine erweiterte Informationsvermittlung vor. Die zukuenftige Mopedfuehrerscheinausbildung sollte sich zudem verstaerkt den sozial-emotionalen Aspekten der Verkehrsreife widmen.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01692273
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jan 22 2019 3:59AM