Erstes deutsch-franzoesisches Symposium Brueckenbau in Luxemburg

Der Tagungsband zum ersten deutsch-franzoesischen Symposium Brueckenbau in Luxemburg stellt Brueckenneubauten, Ertuechtigungen und Instandsetzungen von Bestandsbruecken sowie einige brueckenbauspezifische Sonderthemen vor. Einleitend wird die Baukultur in Europa und die zukuenftigen Herausforderungen behandelt. Schwerpunktmaessig beschrieben werden die verschiedenen in Europa angewendeten Wettbewerbsverfahren, die ein wichtiger Grund fuer die Vielfalt der Gestaltung und Ausfuehrung von Bruecken in Europa sind. Eingegangen wird auf folgende Wettbewerbsverfahren: VOF-Verfahren (Public Procurement Procedure), Verhandlungsverfahren - bei dem die Projektteams nach einer Praequalifikation den Entwurf ausarbeiten -, Ingenieur-Wettbewerb, Ingenieur- und Architekten-Wettbewerb sowie das sogenannte Design-and-Build Konzept, bei dem Baufirmen den Entwurf und die Bauausfuehrung entwickeln. Die Vielfalt von Brueckenbauwerken verdeutlicht ein Aufsatz ueber die vier Projekte Fussgaengerbruecke Tintagel Castle in Cornwall, Fussgaengerbruecke Dejima in Nagasaki, Geh- und Radwegbruecke „Parkbruecke“ in Anwerpen und die Bruecke „De Lentloper“ ueber den neuen Nebenkanal der Waal bei Nijmegen. Die seit 1900 bestehende Eisenbahnbruecke in Linz, Oesterreich, muss wegen gravierender Korrosionsschaeden abgerissen werden und soll am gleichen Standort durch einen Neubau mit Nutzung als Bruecke fuer den Strassenverkehr und einer getrennten Trasse fuer den Strassenbahnverkehr ersetzt werden. Der Entwurf sieht eine Stahlbruecke mit drei Boegen, deren Scheitel jeweils ueber einem Brueckenpfeiler liegt, vor. Der schweizerische Brueckenbau ist mit einem Beitrag ueber den selektiven Projektwettbewerb zu den Grosshofbruecken in Luzern vertreten. Mit der neuen Bruecke, die vollstaendig ueberdacht entworfen wurde, verdoppelt man die Anzahl der derzeitigen Fahrstreifen fuer den Strassenverkehr. Der Pont Grande Duchesse Charlotte in Luxemburg ueber das Tal der Alzette, der sich als Sprengwerkbruecke harmonisch in die Landschaft einfuegt, soll eine Zusatznutzung durch zweigleisigen Strassenbahnverkehr erhalten. Eine Machbarkeitsstudie hat nachgewiesen, dass die vorhandene Konstruktion der Stahlbruecke mit orthotroper Fahrbahnplatte die Zusatzbelastungen aufnehmen kann. Dazu sind Umbau- und Verstaerkungsmassnahmen erforderlich, die beschrieben werden. Wenn Architekt und Bauingenieur zusammenwirken, kann das sehr befruchtend sein, wie der Entwurf und die Bauausfuehrung einer als Kreisring entworfenen Schraegseilbruecke fuer den Radverkehr, mit dem Pylon in der Kreisringmitte, in Eindhoven zeigt. Wie elegant und innovativ integrale Verbundbruecken als Strassenbruecken entworfen werden koennen verdeutlichen die Neue Bleichinselbruecke ueber den Neckar in Heilbronn und das „Rote Steigle“ in Stuttgart, das als Bogenbruecke ohne stoerende Mittelstuetze die geplanten sieben Fahrstreifen und zwei Standstreifen der A 8 ueberspannt. Der Bau von Stahlverbundbruecken hat sich inzwischen in Deutschland etabliert und die Bauweise wurde in vielen Belangen weiterentwickelt. Dazu gehoert auch die Entwicklung modular aufgebauter Systeme fuer kleinere und mittlere Stuetzweiten in integraler Bauweise zur Reduzierung der Bauzeit, die vorgestellt wird. Ein in Deutschland bisher noch nie durchgefuehrtes Montageverfahren soll als Pilotprojekt bei der Talbruecke Rinsdorf im Zuge der A 45 suedlich von Siegen ausgefuehrt werden. Da aus verschiedenen Gruenden ein Quer- oder Laengsverschub des Ueberbaus nicht zielfuehrend ist, plant man, die Pfeiler mit aufliegendem Ueberbau in die Endlage zu verschieben. Orthotrope Platten von Stahlbruecken weisen haeufig Schaeden infolge von Materialermuedung der Schweissnaehte oder Bleche auf. Eines von mehreren Instandsetzungs- und Ertuechtigungsverfahren ist die Verstaerkung der Deckplatte durch das Aufbringen einer Schicht aus bewehrtem hochfestem Beton, was am Beispiel der Autobahnbruecke ueber die Waal bei Ewijk in den Niederlanden vorgestellt wird. Stahl- und Verbundbruecken werden in Deutschland bisher durch eine Beschichtung gegen Korrosion geschuetzt. Anhand der Ergebnisse eines Forschungsvorhabens wird dargelegt, dass feuerverzinkte Bauteile auch bei dynamischen Einwirkungen, also auch bei Bruecken, unter bestimmten Bedingungen verwendet werden koennen. Bei einer Stahlverbundbruecke ueber die A 44 wurde nun zwecks Erfahrungssammlung im Rahmen eines Pilotprojekts erstmalig in Deutschland die Konstruktion feuerverzinkt.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 6-96
  • Serial:
    • Brueckenbau
    • Volume: 10
    • Issue Number: 3
    • Publisher: Verlagsgruppe Wiederspahn
    • ISSN: 1867-643X

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01692652
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jan 16 2019 4:20AM