Emil Moersch und die Fachwerkanalogie

Emil Moersch and the truss analogy

Der Beitrag nimmt das 100-jaehrige Jubilaeum der Berufung Emil Moerschs im Jahr 1916 an die TH Stuttgart zum Anlass, das Wirken dieser herausragenden Persoenlichkeit des Betonbaus und Begruenders der Stuttgarter Bauingenieurschule vorzustellen, zu wuerdigen und in einen weiteren historischen Rahmen einzufuegen. 1872 in Reutlingen geboren absolvierte Emil Moersch seinen Vorbereitungsdienst fuer die zweite Staatspruefung bei der wuerttembergischen Ministerial-Abteilung fuer Strassen- und Wasserbau als Reg. Baufuehrer. 1899 trat er in das Brueckenbaubuero der Koeniglich Wuerttembergischen Staatseisenbahnen ein, bevor er 1901 in die Firma Wayss und Freytag wechselte und schon ein Jahr spaeter sein erstes Handbuch „Der Betoneisenbau“ veroeffentlichte. 1904 wurde er als ordentlicher Professor an die ETH Zuerich aufgrund seiner anerkannten Leistungen auf den Gebieten der Wissenschaft und der Konstruktion berufen. Die vier Jahre Lehrtaetigkeit in Zuerich sollten sich spaeter praegend fuer sein weiteres Wirken herausstellen. 1906 erschien mit veraendertem Titel sein Buch „Der Eisenbetonbau“, mit wesentlich erweitertem Stoff und groesserer Seitenzahl und mehr Abbildungen als der „Betoneisenbau“. Trotz der Erweiterung des Stoffs, stellt die Ausgabe von 1906 noch nicht den wesentlichen Schritt im Werk von Emil Moersch dar. Dies geschah erst mit der Einfuehrung seiner Berechnungsmethode der Fachwerkanalogie in der Ausgabe 1908. Der Grundgedanke der Moersch‘schen Fachwerkanalogie hat eine lange Vorgeschichte mit unterschiedlichen Varianten, die erst durch Moersch systematisiert zu einer schluessigen Theorie geformt wurden. Sie bildet gewissermassen die Bruecke zwischen den unterschiedlichen theoretischen Auffassungen zu dieser Thematik. Nach der Moersch’schen Analogie wird angenommen, dass das Verhalten eines Eisenbetontraegers durch das Modell eines Fachwerks veranschaulicht und berechnet werden kann. Obwohl damals durch verschiedene Modelle bekannt und angewendet wurde das Zusammenwirken aller Teile des Fachwerks und dessen Berechnung noch nicht voellig verstanden. Die endgueltige Klaerung erfolgte erst durch die grosse Anzahl der Moersch’schen Laborversuche. Die Fachwerkanalogie von Moersch stellt sozusagen den Gipfel einer langen Tradition dar, der gleichzeitig eine fruchtbare Zukunft gegoennt war. Die Werke von Moersch und seinen Nachfolgern spiegeln einen wesentlichen Teil der Geschichte der Statik des 19. Jahrhunderts wider. ABSTRACT IN ENGLISH: In 15 years the young engineer Emil Moersch became one of the most esteemed authorities in the field of reinforced concrete: since 1901 head of the technical office of Wayss and Freytag, 1904‐08 professor at the ETH Zuerich, Moersch was appointed professor at the TH Stuttgart on 1st October 1916 establishing one of the most reknown engineering schools in Germany. In this period his most remarkable theoretical work, „Der Eisenbetonbau“, was published in three different editions, that witnessed his inexhaustible research activity. A central relevance has to be ascribed to his stay in Zuerich, where Moersch had the privilege to work in an international open milieu. The truss analogy perfected by Moersch at this time represents a sort of bridge between foreign cultures and summarized a long historical development melting the best European engineering. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 466-78
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01685105
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jun 28 2018 8:16AM