Unfallgeschehen schwerer Gueterkraftfahrzeuge

Accidents of heavy goods vehicles

Verkehrsunfaelle, an denen schwere Gueterkraftfahrzeuge (sGkfz) beteiligt sind, bergen durch den Groessen- und Massenunterschied ein erhoehtes Gefahrenpotenzial fuer den Unfallgegner. SGkfz werden jedoch im Rahmen der polizeilichen Unfallaufnahme nicht separat codiert. Informationen zum Unfallgeschehen der verschiedenen Teilgattungen liegen somit nicht in ausreichendem Masse vor. Anknuepfend an eine Unfalluntersuchung aus dem Jahr 2003 analysierte die BASt das Unfallgeschehen schwerer Gueterkraftfahrzeuge und erstellte einen umfassenden Statusbericht. Auf der Grundlage statistischer Unfalldaten sowie zusaetzlicher Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes erfolgte in einem ersten Schritt eine Bestimmung von vier separaten Teilgruppen schwerer Gueterfahrzeuge. Unterschieden wurde zwischen Sattelzugmaschinen und schweren Lkw mit Anhaenger oder ohne Anhaenger sowie schweren Lkw mit Spezialaufbau. Anschliessend erfolgte eine Untersuchung der Unfaelle mit Personenschaden im Zeitraum von 2002 bis 2015. Zusaetzlich zu der Betrachtung der Unfaelle unter Beteiligung sGkfz wurde die Unfallentwicklung in den einzelnen Teilgruppen analysiert. Die ausgewerteten Daten zum Unfallgeschehen umfassten unter anderem Unfalltyp, Unfallart und Ortslage, aber auch Lichtverhaeltnisse, Anzahl und Verkehrsbeteiligungsart der Beteiligten sowie Angaben zum Hauptverursacher und Unfallursachen. Aus den Verschneidungen von Unfallart und Unfalltyp wurden Konstellationen erstellt, die dann zu drei Szenarien - Auffahr-Unfaelle, Unfaelle an Knotenpunkten sowie Spurverlassen-Unfaelle - zusammengefasst wurden. Diese drei Szenarien decken drei Viertel aller Unfaelle unter Beteiligung eines sGkfz ab. Detailuntersuchungen ermoeglichten die Identifizierung charakteristischer Merkmale des Unfallgeschehens und der beteiligten Fahrer und Fahrerinnen von sGkfz. Um die Anzahl der Unfaelle unter Beteiligung eines sGkfz kuenftig weiter zu reduzieren, erscheint es notwendig, fuer die vier Teilgruppen des Fahrzeugsegments unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Mit Blick auf die drei haeufigsten Unfallszenarien weisen Massnahmen zur Verhinderung von Unfaellen, etwa durch Fahrassistenzsysteme, hier das groesste Potenzial auf. ABSTRACT IN ENGLISH: Accidents involving heavy goods vehicles (HGVs) often have particularly serious consequences. But not all types of HGV are similarly involved in accidents. These were the findings of research conducted by the Federal Highway Research Institute (BASt) on accident trends for HGVs. Building on accident research from 2003, BASt analysed the accident occurrence involving HGVs and compiled a comprehensive status report. Thus, in order to achieve a further reduction of accidents involving HGVs, it appears necessary to set different focal points for the four subcategories of this vehicle segment. The analysis identified three constellations which were compiled into scenarios and examined in detail: rear-end collisions, accidents at intersections, and lane-departure accidents. These three scenarios cover three quarters of all accidents involving HGVs. With a view to these three most common accident scenarios, measures for the prevention of accidents, e.g. driver assistance systems, show the greatest potential.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01685136
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-95606-368-8
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jun 21 2018 4:12AM