RSI im untergeordneten Strassennetz : Entwicklung und Erprobung einer Methode zur Selektion von Strecken mit Sanierungspotenzial

Road Safety Inspections (RSI) werden bereits seit 2004 regelmaessig im hochrangigen Strassennetz Oesterreichs (auf Autobahnen und Schnellstrassen) durchgefuehrt. Die verstaerkte Anwendung der RSI auch im untergeordneten Strassennetz ist ein erklaertes Ziel des Oesterreichischen Verkehrssicherheitsprogramms 2011-2020. Eine Anwendung von RSI im gesamten untergeordneten Strassennetz ist jedoch aus finanziellen Gruenden nicht durchfuehrbar und aus verkehrstechnischer Sicht moeglicherweise auch gar nicht erforderlich. Daher wurde im Rahmen dieser Studie zunaechst ein Modell bzw. eine Methode entwickelt, die fuer RSI im untergeordneten Strassennetz (Landesstrassen B und L) besonders vordringlichen Strassenabschnitte zu ermitteln, und im Anschluss in der Praxis erprobt. Zunaechst wurde eine Bestandsaufnahme bestehender bzw. bereits umgesetzter Methoden zur Streckenauswahl durchgefuehrt, und die unterschiedlichen Selektionsparameter wurden verglichen. Als relevante Unfallparameter wurden die Unfalldichte (UD) und die Unfallkostendichte (UKD) herangezogen. Zur Festlegung der Selektionsmethode erfolgte ein Vergleich einer streckenbezogenen Betrachtung mit einem flaechenbasierten Modell – einer graphischen Methode zur Feststellung von Kumulationen von Unfaellen aufgrund der Geo-Koordinaten der Unfaelle. Im Flaechenmodell liessen sich zwar Unfallhaeufungen finden, die ungleiche Verteilung der Unfaelle innerhalb der gefundenen Areale erschwerte allerdings die praktische Umsetzung. Daher wurde einem streckenbasierten Ansatz der Vorzug gegeben, und die erforderlichen Parameter zur Auswahl geeigneter Strecken (Abschnittslaenge, Unfallkriterien) wurden optimiert. In einem zweiten Schritt wurde die Praxistauglichkeit der Auswahlmethode untersucht. Ziel war es, festzustellen, ob die Ergebnisse einer RSI auf den mit dieser Methode ausgewaehlten unfallauffaelligen Strecken relevante Unterschiede zu den Ergebnissen auf laut Berechnungen unauffaelligen Strecken zeigten. Dank dieser Methode konnten Strecken mit hohem Massnahmenbedarf identifiziert werden: Auf den mit Hilfe des Selektionsmodells ausgewaehlten Strecken wurden 15-mal mehr Massnahmenvorschlaege eingebracht als auf Strecken mit unauffaelligem Unfallgeschehen. Der Grossteil dieser Vorschlaege waren „Low-Cost-Massnahmen“. Kostenintensivere Sanierungsvorschlaege wurden unter Anwendung dieser Methode nur dort generiert, wo das Unfallgeschehen ohnedies ein Vorgehen im Rahmen des Unfallhaeufungsstellenmanagements erforderte. Die eingesetzte Auswahlmethode erwies sich somit als effektiv. Aufbauend auf dieser wirkungsvollen Methode erscheint die Entwicklung einer Methode zur Einstufung der Sicherheit des Strassennetzes (NSM – Network Safety Management) zur weiteren Verbesserung der Unfallbilanz sinnvoll. Unter Beruecksichtigung einer Prioritaetenreihung koennen nach und nach RSI-Befahrungen durchgefuehrt und Verbesserungsmassnahmen umgesetzt werden. Anpassungsbedarf besteht noch bei der Beruecksichtigung von Unfallhaeufungsstellen (UHS), da die betreffenden Streckenabschnitte hoehere Prioritaet erhalten. In solchen Faellen ist es sinnvoller, zunaechst die Unfallhaeufungsstelle zu sanieren.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Digital/other
  • Features: Appendices; Figures; Glossary; References; Tables;
  • Pagination: 112 S
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01671812
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 978-3-7070-0141-9
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 29 2018 3:20AM