Neue Queensferry Bruecke in Schottland. Herausforderungen bei der Planung und Montage

New Queensferry Crossing in Scotland. Challenges in design and construction

Die Queensferry Bruecke ueber den Firth of Forth bei Edinburgh in Schottland bildet zusammen mit der historischen Eisenbahnbruecke aus dem Jahr 1890 und der 1964 fertiggestellten Haengebruecke ein bemerkenswertes Brueckenensemble aus drei Jahrhunderten. Verschiedene Variantenuntersuchung fuehrten zur Planung einer Schraegseilbruecke mit drei Pylonen und mittig zwischen den beiden Fahrbahnen angeordneten Seilebenen. Die beiden Hauptspannweiten betragen jeweils 650 Meter zur Aufrechthaltung des Schiffsverkehrs. Bei mehrfeldrigen Schaegseilbruecken stellt die Stabilisierung des mittleren Pylons immer hohe statisch-konstruktive Anforderungen, die auf verschiedene Weise geloest werden koennen. Im Fall der Queensferry Bruecke loeste man das Problem durch Ueberlappung der Schraegseile benachbarter Felder ueber ein Viertel der Stuetzweite. Der Ueberbau besteht im seilverspannten Bereich aus einem dreizelligen Verbundquerschnitt mit einer Gesamtbreite von knapp 40 Metern. Im nicht seilverspannten Bereich geht der einteilige Ueberbau in zwei getrennte einzellige Querschnitte ueber. Die 288 Schraegseile werden als siebendrahtige Parallellitzenbuendel mit einer Verzinkung, einer Polyethylenummantelung und einer Wachsverpressung der Hohlraeume als Korrosionsschutz ausgefuehrt. Die Pfeiler haben eine V-Form mit einer oberen Zugstrebe. Alle Stuetzungen des Bauwerks sind flach auf Felsen gegruendet. Die Pylone wurden mittels einer inneren und aeusseren Kletterschalung hergestellt. Den Ueberbau erstellte man im Freivorbau mit jeweils circa 720 Tonnen schweren vorgefertigten Segmenten. Einige der Montagezustaende waren bemessungsrelevant fuer Pylone, Seile und Ueberbau. Zur Abschaetzung der Windeinwirkungen zur Bemessung der Pfeiler im Bauzustand fuehrte man Windkanalversuche am Gesamtmodell durch. Die Kontrolle der Geometrie des Bauwerks erfolgte in erster Linie durch den Einbau der Seile auf Solllaenge und nicht durch den Einbau nach Sollkraeften. Trotz einiger partieller Geometrieabweichungen bei der Montage konnte durch die vorausschauende Geometrie- und Montagekontrolle die Bruecke innerhalb der vorgegebenen Toleranzen fertiggestellt werden. Als besondere Herausforderung bei der Montage stellten sich die Wetterbedingungen mit fast staendig anhaltenden Winden heraus. Besonders die Seile konnten im Mittel nur an jedem vierten Tag eingebaut werden. ABSTRACT IN ENGLISH: The new Queensferry Crossing near Edinburgh in Scotland is a cable-stayed bridge with a total length of 2,640 m and three towers up to 210 m high. The two cable supported main spans are 650 m, the two back spans are 223 m and there are approach viaducts at each end of variable spans up to 104 m. The two cable planes are arranged centrally between both carriageways and overlap in the centre of the main spans. This special feature is necessary in order to stabilize the deck and especially the centre tower. Unique design features such as having the world's longest pair of free-standing cantilevers with an overall length of 644 m and constructing the works in an exposed location experiencing adverse weather conditions, put very high demands on the engineers and workers involved. It is not only the scale and complexity of the new structure that makes it special for even experienced bridge engineers, but also its proximity to the two existing bridges over the Firth of Forth. The Forth Rail Bridge, which opened in 1890 and was awarded World Heritage Site status in summer 2015, lies alongside the Forth Road Bridge, a large suspension bridge opened in 1964. On completion of the Queensferry Crossing these bridges, representing engineering expertise from three different centuries, will form a unique collection of iconic structures. The paper summarizes the challenges in design and construction of this outstanding bridge. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 93-103
  • Serial:
    • Bautechnik
    • Volume: 94
    • Issue Number: 2
    • Publisher: Ernst & Sohn GmbH
    • ISSN: 0932-8351

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01640258
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 10 2017 9:52AM