Autonomes Fahren - Chancen, Herausforderungen und Handlungsfelder fuer oeffentliche Akteure

In Teil 1 dieses Beitrags (AN 01618800) wurde das Veraenderungspotenzial des vernetzten und autonomen Fahrens dargestellt, das weit ueber die individuelle Mobilitaet hinaus vielfaeltige Bereiche des alltaeglichen Lebens betreffen wird. Ob positive oder negative Effekte ueberwiegen werden, ist heute noch unentschieden, koennte aber massgeblich davon abhaengen, ob es der oeffentlichen Hand gelingt, die derzeit stark marktgetriebene Entwicklung mit ihren Zielen in Einklang zu bringen. Teil 2 handelt dementsprechend von neuen Akteuren, veraenderten Machtverhaeltnissen und ihren Auswirkungen auf die Verkehrsplanung der Zukunft. Durch das Engagement der IT-Giganten in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge werden Entwicklungen angestossen, die ueber reine Mobilitaetsfragen hinaus wirken und das Potenzial haben, zentrale Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens fundamental zu veraendern. Deswegen sollte sich die oeffentliche Hand fruehzeitig mit den moeglichen Auswirkungen befassen und Instrumente entwickeln und implementieren, die es ihr ermoeglichen die mit dieser Entwicklung sich eroeffnenden Chancen zu realisieren und zugleich die Risiken abzuwehren. Wichtig hierfuer wird sein, das Mobilitaetsverhalten der Menschen schon vor der Markteinfuehrung autonomer Fahrzeuge staerker zum um Carsharing erweiterten Umweltverbund hinzufuehren. Denn die positiven Wirkungen fahrerloser Fahrzeuge werden sich voraussichtlich nur in einem ueberwiegend aus autonomen On-Demand­-Flotten bestehenden Verkehrssystem realisieren. Strategien der oeffentlichen Hand, die sich diesem Ziel verschreiben und ihre kommunalen Einflussmoeglichkeiten sinnvoll nutzen, werden auch dann erfolgreich sein, sollte sich die Entwicklung autonomer Fahrzeuge stark verzoegern oder gaenzlich als Hype herausstellen. Dafuer ist wichtig, dass die oeffentliche Hand zeitnah einen oeffentlichen Diskurs anstoesst und moderiert, wie das Verkehrssystem der Zukunft aussehen sollte und welche Rolle Fahrroboter darin spielen. Ansonsten besteht das Risiko, dass die Spielregeln von den Fahrzeug- und Softwareherstellern definiert werden und die Kommunen auf moegliche Negativfolgen nur reagieren und nicht proaktiv das nachhaltigere Verkehrssystem der Zukunft gestalten koennen. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 46-8
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01640724
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 9 2017 2:52AM