Ein Beitrag zur Qualitaetssicherung des Fahreignungsseminars. Umfrageergebnisse zur Prozessqualitaet der verkehrspsychologischen Teilmassnahme

Das Fahreignungsseminar nach Paragraf 4a Strassenverkehrsgesetz (StVG) und Paragraf 42 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) befindet sich seit Mai 2014 in der Erprobung. Grundprinzipien der Qualitaetssicherung verlangen, moeglichst fruehzeitig Tatbestaende aufzudecken und zu beseitigen, die das Qualitaetsziel gefaehrden koennen. Bereits im ersten Jahr nach Start des Pilotprojekts gab es sowohl von verkehrspaedagogischer als auch von verkehrspsychologischer Seite Hinweise auf solche Tatbestaende, die das Potenzial haben, die Prozessqualitaet und infolge dessen das Erreichen des Massnahmenziels (verhaltensverbessernde Wirkung im Hinblick auf die Verkehrssicherheit (Paragraf 4b StVG)) zu gefaehrden - bisher ohne sichtbare gesetzgeberische Konsequenzen. Diese Hinweise greift die hier vorgestellte Befragung auf. Sollten sie auch im zweiten Jahr des Pilotprojekts noch Gueltigkeit haben, waere das ein weiterer Hinweis auf dringend anstehende Qualitaetssicherungsmassnahmen. Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus den Rueckmeldungen der befragten Verkehrspsychologinnen und Verkehrspsychologen: - Bestaetigung der bereits ein Jahr nach Massnahmenbeginn berichteten Erfahrung, dass die Aufgabenlast des ersten Moduls der verkehrspsychologischen Teilmassnahme in der dafuer vorgesehenen Zeit nicht zu bewaeltigen ist. - Die restriktiven gesetzlichen Inhalts- und Zeitvorgaben werden die Erreichung des Zieles, stabile Verhaltensveraenderung im Sinne der Erhoehung der Verkehrssicherheit herbeizufuehren, eher behindern als foerdern. - Als besonders qualitatsgefaehrdend fuer die gesamte Massnahme duerfte sich die fehlende gegenseitige Abstimmung der beiden Teilmassnahmen (verkehrspaedagogische und verkehrspsychologische) herausstellen. Da diese drei Sachverhalte als notwendige Voraussetzungen fuer das Erreichen des Massnahmenziels „verhaltensverbessernde Wirkung im Hinblick auf die Verkehrssicherheit" anzusehen sind, ist bereits jetzt die Gefahr absehbar, dass die gesetzlich vorgeschriebene Evaluation am Ende der Pilotphase die Nicht-Wirksamkeit des Fahreignungsseminars belegen wird, wenn nicht zeitnah Massnahmen zur Verbesserung der Prozessqualitaet ergriffen werden. (A)

  • Availability:
  • Authors:
    • Meyer, H
    • Schmitz, J
    • Vetter, J
    • Klepzig, P
  • Publication Date: 2017-1

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 25-31
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01628636
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Feb 28 2017 6:11AM