Verkehrsunfaelle mit Tieren. Die Sorgfaltspflichten des Kraftfahrzeugverkehrs

Neben den Tierhaltern und Aufsichtspersonen (siehe AN 01596175) haben auch Kraftfahrer, die Tiere auf oder neben der Fahrbahn antreffen, Sorgfaltspflichten. Geboten ist eine angepasste Geschwindigkeit, die es erlaubt, innerhalb der ueberschaubaren Strecke anzuhalten. Bei Kollisionen mit Tieren spricht deshalb der Anscheinsbeweis dafuer, dass der Fahrer entweder zu schnell oder unaufmerksam gefahren ist (Verstoss gegen das Sichtfahrgebot). Bei Tieren auf der Fahrbahn, unbeaufsichtigten Tieren neben der Fahrbahn, Pferden oder Viehherden muss Ruecksicht genommen und es darf nur in ausreichendem Abstand und langsam vorbeigefahren werden. Unnoetige Geraeusche, die Fluchttiere wie Pferde veraengstigen koennten, muessen vermieden werden. Eine starke Abbremsung wegen eines Tieres ist dem Vorausfahrenden ohne zwingenden Grund verboten und kann aufgrund der zu erwartenden Unfallfolgen nur bei groesseren Tieren als gerechtfertigt gelten. Bei Wildunfaellen sind fuer eine als angepasst geltende Geschwindigkeit die Umstaende des Einzelfalls von Bedeutung. Der Fahrzeugfuehrer muss mit der gewaehlten Geschwindigkeit sein Fahrzeug staendig beherrschen, sodass auch im Falle eines (unvermeidlichen) Zusammenstosses keine Gefaehrdung fuer Insassen oder andere Verkehrsteilnehmer eintritt. Die Gefahr eines gelegentlichen Wildwechsels, auch an nicht entsprechend beschilderten Strassen, wird bei Fahrten durch Waldbestand als bekannt vorausgesetzt.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 281-4
  • Serial:
    • Strassenverkehrsrecht
    • Volume: 16
    • Issue Number: 8
    • Publisher: Nomos Verlagsgesellschaft mbH
    • ISSN: 1613-1096

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01610413
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 6 2016 4:30AM