Kampagnenmanagement: Funktionsbereiche und Zeitbedarf fuer die Entwicklung von Verkehrssicherheitskampagnen

Um den Zeitbedarf fuer die einzelnen Prozessschritte und die wichtigsten Erfolgsfaktoren fuer die Planung von Verkehrssicherheitskampagnen zu ermitteln, wurden leitfadengestuetzten Experteninterviews durchgefuehrt. Diese liefern empirische Antworten auf die Frage, welche Vorlaufzeit professionell entwickelte und wissenschaftlich fundierte Verkehrssicherheitskampagnen benoetigen. Dabei wird nicht nur der momentane Ist-Zustand deutlich, sondern ebenfalls, welche Potenziale und Herausforderungen durch das zunehmend komplexe organisatorische Umfeld von Verkehrssicherheitskampagnen im Kampagnenmanagement bestehen. Die Interviews bestaetigten, dass es sinnvoll ist, die fuenf Funktionsbereiche Strategie, Koordination und Finanzierung (A), Forschung (B), Kampagnenmanagement (C), Kreation (D) und Evaluation (E) moeglichst klar abzugrenzen, um potenziellen lnteressenskonflikten bei der Entwicklung, Durchfuehrung und Evaluation von Kampagnen vorbeugen zu koennen. Zusaetzlich konnten zahlreiche Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen aus den Interviews abgeleitet werden, welche eine operative Umsetzung dieser allgemeinen Empfehlungen in der Kampagnenpraxis unterstuetzen sollen. Da die Experteninterviews nur mit Akteuren aus der Schweiz gefuehrt wurden, bleibt zu pruefen, wie einfach eine Umsetzung in anderen Laendern moeglich ist beziehungsweise welche Adaptionen notwendig sind. Je nach Land koennen die fuenf Funktionsbereiche unter Umstaenden organisatorisch weniger klar getrennt sein. Dies ist von vielfaltigen Faktoren wie den rechtlichen Grundlagen, dem Finanzierungsmodell und der historischen Entwicklung abhaengig. Abweichungen in der Organisationsstruktur muessen jedoch nicht zwangslaeufig zu wirkungsschwachen Kampagnen fuehren. Genauso wenig kann die vorgestellte Struktur eine erfolgreiche Kampagne garantieren. In diesem Sinne sind die vorgestellte Organisationsstruktur, die damit verbundenen Prozesse und Zeitraeume als Referenzrahmen zu betrachten, dessen Einhaltung ebenso bewusst erfolgen sollte wie ein Abweichen davon. Nur durch die permanente Reflexion des gesamten Kampagnenprozesses kann mit den zur Verfuegung stehenden Mitteln ein Maximum bewirkt werden, und dies ist das letztendliche Ziel jeder Kommunikationskampagne. Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass die beteiligten Akteure nicht nur diesem uebergeordneten Ziel verpflichtet sind, sondern auch diversen Partikularinteressen nachstreben. Der vorliegende Entwurf fuer das Kampagnenmanagement versucht, diese Einzelinteressen so weit wie moeglich funktional in den Kampagnenprozess zu integrieren und dort, wo dies nicht moeglich ist, durch organisatorische Massnahmen zu neutralisieren. (A)

  • Availability:
  • Supplemental Notes:
    • Beitrag zum Teil IV: Konzepte fuer die Unfallpraevention der Zukunft.
  • Corporate Authors:

    Springer VS / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH

    Abraham-Lincoln-Strasse 46
    Wiesbaden,   Germany  65189
  • Authors:
    • Friemel, T N
    • Elbrecht, K
  • Publication Date: 2015

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References; Tables;
  • Pagination: pp 269-86
  • Monograph Title: Verkehrssicherheitskommunikation. Beitraege der empirischen Forschung zur strategischen Unfallpraevention

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01597365
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-658-01129-1
  • Files: ITRD
  • Created Date: Apr 21 2016 9:35AM