Zielgruppe Seniorinnen und Senioren

Verkehrssicherheitsmassnahmen fuer die Zielgruppe aelterer Fahrer sollten entgegen populaeren Meinungen, die in der Gruppe aelterer Fahrer oftmals ein besonderes Risiko fuer die allgemeine Verkehrssicherheit sehen, auf einen moeglichst langen, aber auch sicheren Erhalt der Fahrkompetenz zielen und somit einen Beitrag zur individuellen Lebensqualitaet und gesellschaftlichen Teilhabe leisten. Deshalb ist eine Zielstellung dieses Beitrags, Fakten ueber Unfallbeteiligung und das Unfallrisiko dergestalt zur Verfuegung zu stellen, dass in den Medien die korrekten Botschaften kommuniziert werden. Natuerlich ist auch an die Eigenverantwortung des aelteren Fahrers zu appellieren. Projekte, welche modellhaft Angebote zur freiwilligen Selbstpruefung der Fahrkompetenz unterbreiteten, weisen auf das Interesse der Zielgruppe daran hin. Dieses Eigeninteresse aelterer Kraftfahrer sollte zum Beispiel in Kampagnen aufgegriffen werden und auf personenzentrierte Ansaetze zur Erhoehung der Verkehrssicherheit, wie beispielsweise freiwillige Ueberpruefungen der Fahrkompetenz und Trainings zur Erhaltung der Fahrkompetenz, durch entsprechende zielgruppenadaequate Kommunikationsstrategien ausgeweitet werden. Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit sollten schon auf die Staerkung der Sicherheitspotenziale aufseiten der aelteren Fahrer/ Verkehrsteilnehmer ausgerichtet sein, jedoch in dem Sinne systemisch gestaltet werden, dass neben den Medien auch Trainer, Aerzte, Stadtplaner, Techniker und Politiker, die ihrerseits wieder mit den Aelteren kommunizieren, sich dessen bewusst sind, dass auch die Kontextfaktoren der Verkehrsteilnahme im Allgemeinen, der Fahrsituation im Speziellen bei der Konzeption von Massnahmen zu beruecksichtigen sind, wie zum Beispiel Infrastruktur der Verkehrsumwelt oder Fahrerassistenzsysteme. In diesem Sinne erscheint ein mehrdimensionaler Ansatz fuer die Gestaltung von Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit - nicht nur aelterer Kraftfahrer und Verkehrsteilnehmer - am erfolgversprechendsten, denn die sichere Verkehrsteilnahme ist in einem multikausalen Bedingungsgefuege zu sehen, welches neben individuellen Kompetenzen und Kompensationspotenzialen auch Faktoren einer Verkehrsumwelt umfasst, die allen Bevoelkerungs- und Altersgruppen eine sichere Mobilitaet - sei es mit, sei es ohne Auto - bis ins hohe Alter ermoeglicht. Letztlich geht es hier um wissenschaftliche Politikberatung mit dem Ziel, durch Kommunikation zur Meinungsbildung bei den gesellschaftlichen Gruppen and Gebietskoerperschaften und vor allem zur Erhoehung der Rationalitaet von (politischen) Entscheidungen beizutragen. (A)

  • Availability:
  • Supplemental Notes:
    • Beitrag zum Teil I: Zielgruppen der Verkehrssicherheitskommunikation.
  • Corporate Authors:

    Springer VS / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH

    Abraham-Lincoln-Strasse 46
    Wiesbaden,   Germany  65189
  • Authors:
    • Rudinger, G
  • Publication Date: 2015

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 53-79
  • Monograph Title: Verkehrssicherheitskommunikation. Beitraege der empirischen Forschung zur strategischen Unfallpraevention

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01597371
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-658-01129-1
  • Files: ITRD
  • Created Date: Apr 21 2016 3:28AM