Verkehrssicherheitskommunikation: Definition und Herangehensweise

Der Leitbegriff "Verkehrssicherheitskommunikation" ist bisher weder in der Verkehrspsychologie und praktischen Unfallpraevention noch in der Kommunikationswissenschaft gebraeuchlich. Tatsaechlich spielen in Wissenschaft und Praxis Fragestellungen, die mit Verkehrssicherheit und Kommunikation zu tun haben, seit Langem eine zentrale Rolle. In der Verkehrspsychologie werden kommunikationsbezogene Frageperspektiven traditionell auf klassische Kampagnen bezogen; Verkehrserziehung, Fahrausbildung oder elektronische Systeme in Fahrzeugen zur Information und Beeinflussung der Fahrer werden jedoch davon abgegrenzt. In Kommunikationswissenschaft und Medienpsychologie existieren thematisch verwandte Ansaetze unter den Schlagworten "Risikokommunikation" und "Gesundheitskommunikation", doch wurden Besonderheiten der Problematik Verkehrssicherheit bisher kaum systematisch beruecksichtigt. Auch angesichts des Wandels bei Medien, Medientechnologien und Mediengebrauch sowie der Weiterentwicklung der Kommunikationssysteme in Fahrzeugen erscheinen die bisherigen Grenzziehungen nicht mehr angebracht. Die Herausgeber haben eine maximal inklusive Definition von "Verkehrssicherheitskommunikation" erarbeitet, die moeglichst viele wissenschaftlich und praktisch arbeitende Akteure im Feld der Verkehrssicherheit einschliessen soll. Unter „Verkehrssicherheitskommunikation“ verstehen sie zum einen alle Strategien, Formen und Prozesse der Informationsvermittlung, die darauf abzielen, in einer konkreten Verkehrssituation oder situationsuebergreifend Verkehrsteilnehmer ueber wichtige Veraenderungen der Verkehrsumwelt und potenzielle Gefaehrdungen aufzuklaeren sowie verkehrssicherheitsrelevante Einstellungen und Verhaltensweisen zu veraendern. Zum anderen fallen hierunter alle Prozesse der Informationsvermittlung, die verkehrssicherheitsrelevante Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflussen koennen und vom Kommunikator nicht intendiert sind. Alle diese Vorgaenge koennen Massen-, Online- und/oder Mobilmedien einbeziehen, aber auch ohne Medienbeteiligung stattfinden. Sie koennen auf Individualebene sowie auf institutioneller oder Gruppenebene und ueber Multiplikatoren erfolgen. Verkehrssicherheitskommunikation kann somit direkt und indirekt sowie einseitig oder dialogisch erfolgen.

  • Availability:
  • Corporate Authors:

    Springer VS / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH

    Abraham-Lincoln-Strasse 46
    Wiesbaden,   Germany  65189
  • Authors:
    • Klimmt, C
    • Maurer, M
    • Holte, H
    • Baumann, E
  • Publication Date: 2015

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 1-8
  • Monograph Title: Verkehrssicherheitskommunikation. Beitraege der empirischen Forschung zur strategischen Unfallpraevention

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01597363
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-658-01129-1
  • Files: ITRD
  • Created Date: Apr 20 2016 10:50AM