Kinderunfaelle im Strassenverkehr

Im Oktober 2015 fand ein dreitaegiger bundesweiter Kongress in Muenster (Westfalen) statt, der sich damit befasste, welche Verbesserungen bei der Kindersicherheit im Strassenverkehr durch die Traeger der Verkehrssicherheitsarbeit erreicht werden koennen. Mit Blick auf die Vision Zero erscheinen die erzielten Rueckgaenge getoeteter und verletzter Kinder und Jugendlicher immer noch nicht ausreichend. Die fuer den Strassenverkehr erforderlichen kognitiven und motorischen Faehigkeiten sind bei Kindern erst mit einem Alter ab etwa 10 Jahren vollstaendig erworben und die volle Auspraegung der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung dauert noch bis etwa zum 13. Lebensjahr an. Mit ihrer Ueberforderung im Strassenverkehr ist deshalb jederzeit zu rechnen. Mehr als drei viertel aller Kinderunfaelle ereignen sich innerorts, Schulwege und Wege in der Nachmittagszeit sind haeufig betroffen. Typische kindliche Fehler sind Fehler bei der Fahrbahnueberquerung als Fussgaenger oder Fehler als Radfahrer durch falsche Strassenbenutzung, beim Abbiegen oder An- beziehungsweise Einfahren in den Verkehr. Ansaetze fuer die weitere Vermeidung von Kinderunfaellen ergeben sich zum einen bei der Insassensicherheit in Pkw, zum anderen bei der Sicherheit von Kindern als Radfahrer und Fussgaenger. Untersuchungen zeigten, dass Fehlbedienungen zwei von drei Kindern im Kinderrueckhaltesystem betreffen. IsoFIX-Systeme koennten dieser mangelnden Sicherung entgegenwirken. Beim inneroertlichen Verkehr sollte soweit wie moeglich angestrebt werden, diesen den Leistungsmoeglichkeiten von Kindern und Jugendlichen anzupassen. Entschleunigung koennte einen wesentlichen Sicherheitsbeitrag liefern, eine stadtvertraegliche Regelgeschwindigkeit muesse mehr als bisher in den politischen Blickpunkt ruecken. Um den Gefahren des toten Winkels entgegenzuwirken sei eine Vielzahl von Spiegeln bei Lkw nicht die richtige Loesung, sondern der Einsatz elektronischer Abbiegeassistenten. Auch das erlaubte Aufstellen von Fahrrad- und Mofafahrern rechts von wartenden Fahrzeugen sei zu hinterfragen beziehungsweise ungeschuetzte Verkehrsteilnehmer sollten intensiv auf die Gefahren des toten Winkels aufmerksam gemacht werden. Helmtragequoten bei Kindern wie Erwachsenen sollten weiter gesteigert werden. Kernpunkte des neuen Verkehrssicherheitsprogramms fuer Nordrhein-Westfalen im Hinblick auf die Kindersicherheit sind unter anderem Verbesserungen bei der Gestaltung der Anlagen des Fuss- und Radverkehrs in den Kommunen, Empfehlungen fuer Schulen zur Auswahl von Angeboten der Mobilitaetsbildung, die Foerderung von Schulwegplaenen, die Anregung von Initiativen zur Entschaerfung der Verkehrssituation im unmittelbaren Schulumfeld sowie zur Einrichtung von Kinderunfallkommissionen, die weitere Staerkung des Stellenwerts des Fussgaengerverkehrs im Mobilitaetsmanagement sowie die Verstaerkung der Verkehrsueberwachung in Bezug auf unzulaessiges Geh- und Radwegparken.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures;
  • Pagination: pp 6-12
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01596146
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Apr 8 2016 6:20AM