Kommunale Verkehrspolitik - über die permanente Unzufriedenheit mit dem Erreichten

Es dürfte kaum ein anderes Politikfeld geben, bei dem man mit den richtigen Anstößen derart viele Impulse in anderen Bereichen setzen kann, wie in der Verkehrspolitik. Dies führt zu einem institutionellen Kapazitätsproblem. Eine Integration unterschiedlicher Perspektiven und eine regionale Kooperation erfordern einen hohen Aufwand, der in der Verwaltungspraxis und in der Spezialisierung der politischen Themenfelder häufig gar nicht leistbar ist. Kleinere Städte haben heute zudem in der Verwaltung vielfach gar kein Personal für das Thema Verkehrsplanung, sodass in großen Teilen des Landes überhaupt keine Umsetzungskapazität mehr erwartet werden kann. Es fehlt in Verkehrspolitik und Planungspraxis in der Regel eine ausreichende Berücksichtigung von Einstellungen und Verhaltensparametern von Einzelpersonen, da Verhaltensänderungen im Verkehr schwieriger sind als in anderen Umweltbereichen. Um ökologische Standards zu erreichen, wird jedoch mehr notwendig sein. Hier gilt es mit unter anderem Innovationsbündnissen, der Nutzung von sozioökonomischen Rahmenbedingungen, Erhöhung der Akzeptanz durch Ausschöpfung kommunikativer Möglichkeiten die Umsetzungsprozesse und die Diffusion von Maßnahmen zu verbessern. Notwendig ist eine ambitionierte Zielsetzung, die mit einer beharrlichen schrittweisen Umsetzung kombiniert wird. Die Chancen auf eine Verkehrswende verbessern sich. Es bleibt jedoch weiterhin viel zu tun, da eine nachhaltige Verkehrspolitik kein Selbstläufer ist und bewusste Entscheidungen und Anstrengungen voraussetzt. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Pagination: pp 5-7
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01595034
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Mar 2 2016 9:26AM