Temporaerer Korrosionsschutz von Spanngliedern. Stand des Wissens und Erfahrungsbericht

Temporary corrosion protection. State of the art and field report

Der dauerhafte Korrosionsschutz von Spanngliedern wird durch Verpressen des Huellrohrs mit alkalischem Moertel bewirkt. Nun kann es aber zeitliche Verzoegerungen zwischen Einbau, Vorspannung und Verpressen geben. Wird dabei eine Zeitspanne von maximal vier Wochen im ungespannten Zustand beziehungsweise zwei Wochen im gespannten Zustand ueberschritten, so ist nach DIN 1945-3 ein temporaerer Korrosionsschutz erforderlich. Bedingung ist allerdings, dass waehrend dieser Zeit keine Feuchte in das Huellrohr eindringen kann. Der Beitrag stellt vor diesem Hintergrund den Stand des Wissens und die Erfahrungen mit temporaeren Korrosionsschutzmassnahmen von Spanngliedern vor. Es sind verschiedene aktive und passive Verfahren zum temporaeren Korrosionsschutz bekannt. Unter aktiven Verfahren versteht man die gezielte Veraenderung der Korrosionsbedingungen so, dass keine Korrosion stattfinden kann. Dazu gehoert zum Beispiel der kathodische Korrosionsschutz. Bei passiven Massnahmen bringt man im Werk eine filmbildende Schicht auf. Solche Schutzschichten muessen alkalibestaendig sein, die Qualitaet des Verpressmoertels nicht beeinflussen und den Verbund zwischen Spannglied und Moertel nicht wesentlich schwaechen. Aus der Literatur ist bekannt, dass verschiedene Produkte hinsichtlich dieser Eigenschaften untersucht wurden. Nicht alle dieser Korrosionsschutzprodukte erfuellten alle gestellten Anforderungen. Als weitere temporaere Massnahmen kommen das Einblasen von Trockenluft oder Schutzgas in das Huellrohr zur Anwendung. Die Durchfuehrung und die Erfahrungen mit solchen Verfahren werden anhand ausgewaehlter Literatur dargestellt. Dazu gehoert auch ein direkter Vergleich der Verfahren, aus dem die Autoren folgern, dass das Aufbringen eines Filmes die beste Loesung ist. Jedoch wurde auch mit der Lufttrocknung und der Stickstoffspuelung ein guter Korrosionsschutz erreicht. Allerdings ist die Durchfuehrung der Lufttrocknung sehr anspruchsvoll und kostenintensiv. Die Erfahrungen mit der Lufttrocknung werden an einem Praxisbeispiel dargestellt. Dazu wird zunaechst die Trocknungsanlage fuer Spannglieder in einem Spannbetonhohlkasten beschrieben. Da eine erfolgreiche Instandsetzung wegen der Vielzahl von Schaeden fuer diesen Ueberbau nicht sicher war, entschloss sich der Bauherr zu einem Ersatzneubau. Dies bot die Moeglichkeit, Spannglieder zu entnehmen und zu untersuchen. Die Entnahme der Spannglieder wird im Einzelnen beschrieben. Den Korrosionsschutz beurteilte man visuell und durch Bestimmung der Menge der entfernbaren Korrosionsprodukte. Die Querspannglieder wiesen alle nur wenige Rostpunkte und leichten Flugrost auf. Bei den Laengsspanngliedern stellte man eine durchgehende Bedeckung mit Flugrost und im Vergeich mit den Querspanngliedern wesentlich mehr Rostflecken fest. Es wird geschlussfolgert, dass der temporaere Korrosionsschutz mit Lufttrocknung ueber einen gewissen Zeitraum moeglich ist, wenn die Trocknungsanlage intakt bleibt. Es wird aber auch deutlich, wie schwierig es ist, die Anlage fehlerfrei ueber einen laengeren Zeitraum zu betreiben. Der temporaere Korrosionsschutz mit filmbildenden Mitteln ist zwar eine geeignete Moeglichkeit, aber nur, wenn die Schutzschicht waehrend des Bauprozesses nicht beschaedigt wird. Da dies aber nicht gewaehrleistet ist, besteht auch bei filmbildenden Mitteln kein hundertprozentiger Korrosionsschutz. Der Beitrag fasst zusammen, dass es heute Verfahren gibt, die einen temporaeren Korrosionsschutz auch ueber einen laengeren Zeitraum bis etwa zu einem Jahr gewaehrleisten, wenn die dazu erforderlichen Massnahmen mit einem angemessen hohen Aufwand durchgefuehrt werden. ABSTRACT IN ENGLISH: In prestressed concrete constructions there are different reasons for time delays between manufacturing, prestressing and grouting of prestressing tendons, which can require a temporary corrosion protection of the build-in and pretensioned tendons for a certain time period. The paper gives an overview of the experimental investigations and experiences in the application of different temporary corrosion protection methods in laboratory test and bridges. Afterwards the experiences of a practical application of a dry air corrosion protection at a bridge construction are presented and the state of corrosion of the tendons is analyzed. Finally recommendations are derived, under which conditions a safe and reliable temporary corrosion protection with dry air can be achieved. (A)

  • Availability:
  • Authors:
    • Schacht, G
    • Hampel, T
    • Curbach, M
  • Publication Date: 2014-8

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References; Tables;
  • Pagination: pp 524-33
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01538623
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 11 2014 8:21AM