Begleitdienste. Soziale Innovation fuer den oeffentlichen Verkehr?

Diskutiert werden die Erfahrungen mit persoenlichen Begleitdiensten, die mobilitaetseingeschraenkten Personen eine unterstuetzte Fortbewegung durch einen direkten Ansprechpartner auch ohne eigenen Pkw von Tuer zu Tuer ermoeglichen wollen. Begleitet wird auf dem Weg zu Fuss oder mit oeffentlichen Verkehrsmitteln, bei Bedarf wird auch die vorbereitende Reiseplanung uebernommen. Diese Dienste bestehen in Deutschland schon lange, haben aber bisher in der Mobilitaetsforschung kaum Beachtung gefunden. Der Beitrag stellt wesentliche Arten im Hinblick auf Organisationsformen, Ressourcen sowie Praxiserfahrungen vor. Betrachtet werden die Begleitservices von Verkehrsunternehmen, von freien Anbietern sowie Mobilitaetshilfedienste sozialer beziehungsweise gemeinnuetziger und kommerzieller Traeger. Grundlage war eine Reihe von leitfadengestuetzten Interviews, die sich den Bereichen Senioreneinrichtungen, Vertretern von Mobilitaets- und Begleitdiensten der Unternehmen des OEPNV sowie sozialen Mobilitaetsdiensten (Wohlfahrtsverbaende und auch ein privater Anbieter) zuordnen lassen. Beschrieben werden die Angebotskonzepte, die angesprochenen Nutzergruppen und ihr Mobilitaetsverhalten sowie Organisation und Ressourcen der Anbieter. Allen Varianten gemeinsam ist die Konzeption als 1:1-Dienstleistung, die soziale Bedeutung des Angebots (Teilnahme des Mobilitaetseingeschraenkten am taeglichen sozialen Leben ausserhalb der eigenen Waende, Interaktion mit dem Begleiter) sowie in der Regel ein nicht auf Kostendeckung ausgerichtetes Angebot. Kommerziell arbeitende Begleitdienste koennen nur in begrenzten, zahlungsfaehigen und -bereiten Kreisen agieren. Insgesamt werden die Dienste fuer beide Seiten als durchweg positiv bewertet. Wahrscheinlich ist, dass kuenftig durch die Auswirkungen des demografischen Wandels, die sich auch durch eine zunehmende Zahl hochaltriger Verkehrsteilnehmer manifestiert, das Interesse an dieser Dienstleistung wachsen, aber zugleich weniger juengere Menschen als Begleiter zur Verfuegung stehen werden. Neue Ueberlegungen zur Organisation und Finanzierung solcher Angebote sind deshalb noetig.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 16-22
  • Serial:
    • Verkehrszeichen
    • Volume: 30
    • Issue Number: 2
    • Publisher: VZ Dr. Kalwitzki
    • ISSN: 0179-535X

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01537300
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 5 2014 10:28AM