Datenschutz im Auto. Das Kfz als grosses Smartphone mit Raedern. Teile 1 und 2

Der Datenschutz im Auto wird kuenftig weiter an Relevanz gewinnen, denn das Kraftfahrzeug ist heute ein Multifunktionsgeraet. Die Kfz-Automation ist eine logische Weiterentwicklung des „Mobile Computing“, das seinen wirtschaftlichen und technischen Durchbruch mit internet-faehigen Smartphones erlebt hat und durch die Integration in unterschiedlichste Geraete eine fast unbeschraenkte Diversifizierung durchmacht. Die Besonderheit der (mobilen) Informationstechnik im Kraftfahrzeug (Kfz-IT) liegt in folgenden Aspekten: in der Erhebung und Verarbeitung von Standortdaten, den technischen Eigenheiten von Funknetzen, der haeufig oder standardmaessig gewaehlten beziehungsweise aktivierten Verbindung mit Cloud-Diensten sowie der oft dauernden personalen Verbindung des Kraftfahrzeugs (Mobilgeraets) mit einer natuerlichen Person. Regulatorische Moeglichkeiten und Notwendigkeiten in Bezug auf datenschutzrechtliche Fragestellungen muessen deshalb politisch diskutiert werden. Es werden technische Entwicklungen beschrieben, die Gesetzgebungsbedarf im Hinblick auf den Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und des Rechts auf Gewaehrleistung der Integritaet und Vertraulichkeit informationstechnischer Systeme ausloesen. Die bestehenden Regelungen stammen teilweise aus Vor-Internet-Zeiten; Moeglichkeiten und Herausforderungen des Internets, des mobilen Netzes und des Einsatzes im Kfz waren damals noch nicht einmal im Ansatz erkennbar. Zentrale Datenschutzfragen bei moderner Kfz-IT sind jedoch oft mit den allgemeinen Fragen moderner Internet-Datenverarbeitung vergleichbar. Die insofern bestehenden Regulierungsdefizite werden beim Mobile Computing und bei der Kfz-Datenverarbeitung oft verstaerkt. Es wird empfohlen, das Potenzial der Kfz-IT fuer ein Mehr an Datenschutz auszuloten, indem die Nutzer zum Beispiel bei Risikoeinschaetzungen oder generell in ihrer informationellen Selbstbestimmung effektiv unterstuetzt werden. Ein eigenes umfassendes Autofahrerdatenschutzgesetz sei nicht noetig, wohl aber gebe es eine Vielzahl von Kfz-spezifischen Sachverhalten, die bisher nicht oder unbefriedigend geregelt seien und in einem Artikelgesetz zusammengefasst werden koennten. Fuer die Branche bestehe die Moeglichkeit, sich gemaess Paragraf 38a Bundesdatenschutzgesetz auf einheitliche gemeinsame Verhaltensregeln beim Datenschutz zu verstaendigen, was zu einem Wettbewerbsvorteil fuehren koennte.

  • Availability:
  • Supplemental Notes:
    • Ebenfalls Vortrag im Arbeitskreis VII "Wem gehoeren die Fahrzeugdaten" des 52. Deutschen Verkehrsgerichtstags 2014.
  • Authors:
    • Weichert, T
  • Publication Date: 2014-6

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: 201-7&241-7
  • Serial:
    • STRASSENVERKEHRSRECHT
    • Volume: 14
    • Issue Number: 6&7
    • Publisher: NOMOS VERLAGSGESELLSCHAFT MBH
    • ISSN: 1613-1096

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01537294
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 4 2014 9:56AM