Strengere Regeln fuer alkoholisierte Radfahrer

Angesichts des verdichteten Verkehrs und der weiter steigenden Popularitaet der Fahrradnutzung, insbesondere aus gesundheitspraeventiven Ueberlegungen, wird hinterfragt, ob der derzeit durch die Rechtsprechung festgestellte, gueltige Grenzwert fuer die absolute Fahruntuechtigkeit von Radfahrern nicht mehr oder weniger deutlich abgesenkt werden sollte. Vorgestellt werden die Zwischenergebnisse einer Studie, die in Kooperation mit dem Institut fuer Sportmedizin der Universitaet Mainz und Partnern in Lettland durchgefuehrt wurde. Sie umfasste Tests zur Erfassung des Koordinationsvermoegens, der kognitiven Flexibilitaet, der Reaktionsschnelligkeit und allgemeinen Motorik, des Distanzgefuehls und vor allem der Konzentrations- und Multitaskingfaehigkeit mit Probanden verschiedenen Alters und Alkoholtoleranz. Die Versuche erfolgten sowohl im Nuechternzustand, als auch mit 0,5, 1,0 und 1,5 Promille sowiel im Rahmen von Tag- und Nachtfahrten. Es zeigte sich, dass - abhaengig von der individuellen Alkoholtoleranz - Nachtfahrten meist mit geringerer Fehlerzahl absolviert wurden, als Tagfahrten mit gleichem Alkoholisierungsgrad. Bei 1,5 Promille waren 17 Prozent der Probanden - teils nach eigener Einschaetzung, teils nach Einschaetzung der Versuchsleitung - nicht mehr fahrfaehig. Die Fehlerzahl bei den Tagfahrten stieg bei zunehmender Promillezahl, konnte bei den mehrfachen Streckendurchfahrten aber individuell minimiert werden. Bei 1,0 Promille stieg die Fehleranzahl auf 14 bis maximal 42, allerdings waren nur noch 17 Prozent der Probanden in der Lage, ihre Fehlerzahl individuell zu verbessern. Bei 1,5 Promille ergaben sich signifikante Fehleranstiege um 27 - 162 Prozent gegenueber dem Nuechternwert. Dennoch waren mit einer Individualfehleranzahl von bis zu 15 zwoelf Versuchspersonen in der Lage, nachezu den maximalen Nuechtern-Fehlerzahl-Wert zu erreichen. Bei den Koordinations- und Leistungstests unter externer Belastung des Gleichgewichtssinns zeigten 87 Prozent der Probanden bessere Ergebnisse als bei fehlender externer Belastung. Die Fehlerzahl sprang bei 1,0 Promille auf 78 - 87 Prozent und bei 1,5 Promille auf 85 - 127 Prozent gegenueber dem Nuechternwert. Die Fehlerzunahmen belegen einen signifikanten Grenzbereich fuer die Alkoholisierung zwischen 1,0 und 1,5 Promille.

  • Availability:
  • Supplemental Notes:
    • Beitrag zum Symposium "Strengere Regeln fuer alkoholisierte Radfahrer?" des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Strassenverkehr e.V. (B.A.D.S.) am 02. Juni 2014 in Leipzig.
  • Authors:
    • Luchmann, K
    • Hatz, D
    • Schoellhoern, W I
    • URBAN, R
  • Publication Date: 2014-8

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Pagination: pp 22-3
  • Serial:
    • Blutalkohol
    • Volume: 51
    • Issue Number: 4, Supplement
    • Publisher: Steintor-Verlag GmbH
    • ISSN: 0006-5250

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01537305
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 25 2014 8:38AM