Machbarkeitstudie zur Reduktion von Feinstaub oder seiner Vorlaeufergase mittels spezieller Strassenbelaege

Feinstaub - abgekuerzt als PM10 fuer "particulate matter" (englisch) mit Partikeldurchmessern < 10 µm - wirkt sich gesundheitsschaedlich auf die Atemwege aus und ist daher relevant fuer die Gesellschaft. Besonders gross ist die PM10-Belastung in Ballungszentren und entlang grosser Verkehrsachsen. Als PM10-Quellen werden primaere und sekundaere unterschieden. Unter primaeren PM10-Quellen sind Vorgaenge zu verstehen, durch welche direkt PM10 entsteht, wie etwa unvollstaendige Verbrennung oder Reifenabrieb. Sekundaere PM10-Quellen sind Gase, wie etwa Ammoniak, Schwefeloxide, Stickstoffoxide oder fluechtige organische Verbindungen, die erst durch chemische Reaktionen in der Luft, dass heisst indirekt, zu sekundaerem PM10 umgewandelt werden. Diese Gase werden als PM10-Vorlaeufergase bezeichnet. Die Reduktion von primaerem PM10 durch Filterung, etwa von Russpartikeln aus Dieselaggregaten, ist heute in der Schweiz bereits weit verbreitet. Daneben werden grosse Bestrebungen unternommen, um die Emissionen der PM10-Vorlaeufergase zu verringern. Seit einigen Jahren wurden zudem Technologien entwickelt zur Bindung bereits emittierter PM10-Vorlaeufergase, sowie von primaerem PM10 mittels spezieller Strassenbelaege. Diese Moeglichkeit wurde bisher in der Schweiz noch nicht angewandt, es besteht jedoch ein grosses Potential dafuer. Ziel des hier beantragten Projektes ist es deshalb, die technische Machbarkeit vorhandener Technologien und Systeme zur PM10-Reduktion (auch indirekt durch Reduktion der PM10-Vorlaeufergase) mittels Strassenbelaegen unter den Bedingungen in der Schweiz zu untersuchen und zu bewerten. Hierfuer wird zunaechst der Stand der Forschung und Technik anhand einschlaegiger Literatur sowie Experteneinschaetzungen zusammengestellt. Dann werden Kriterien aufgestellt, mit welchen die technische Machbarkeit der verschiedenen Systeme bewertet wird. Durch eine Kosten-Nutzen-Analyse wird zudem die Effizienz der einzelnen Systeme bestimmt als Menge reduziertes PM10 pro Flaeche Strassenbelag, Anwendungsdauer und aufzuwendender Kosten. Endprodukt der Machbarkeitsstudie wird eine Schweizer Regel (SNR) sein, in der die Erkenntnisse zur Anwendung PM10-reduzierender Belaege auf Schweizer Strassen in der Praxis normativ dokumentiert sind. Titel in Englisch: Feasibility study on the reduction of particulate matter or its precursor gases by means of special road covers