Stuttgart 21: Aktueller Statusbericht aus Sicht der Planer und Pruefingenieure

Das Gesamtprojekt "Stuttgart 21" umfasst den Neubau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Ulm - Wendlingen und den daran anschliessenden Bahnknoten Stuttgart. Es wird ein kurzer Ueberblick ueber den aktuellen Stand ausgewaehlter Teile des Bahnprojekts gegeben. Den Schwerpunkt bildet die Darstellung von zwei Kernstuecken des Bahnknotens Stuttgart: Fildertunnel und Zufuehrung Ober-/Untertuerkheim. Der etwa 9,55 Kilometer lange Fildertunnel wird auf einer Laenge von circa 9 Kilometern bergmaennisch aufgefahren. Er besteht aus zwei Roehren im Abstand von 30 Metern, die alle 500 Meter durch einen Rettungsstollen verbunden sind. Die Ueberdeckung schwankt zwischen wenigen Metern und etwa 155 Metern im Bereich des Stuttgarter Fernsehturms. Teilweise durchoertert der Tunnel Anhydritschichten und unausgelaugten Gipskeuper mit den bei Wasserzutritt moeglichen Quellerscheinungen und den daraus folgenden erhoehten Druecken auf die Innenschale. Das vorgesehene Vortriebsverfahren beruecksichtigt diese geologischen Besonderheiten durch Vortrieb mit einer Schildmaschine im nicht gefaehrdeten Bereich und Anwendung der Neuen Oesterreichischen Tunnelbauweise im Anhydritbereich. In diesem Bereich wird eine dickere Innenschale zur Aufnahme der Quelldruecke eingebaut. Zusaetzlich werden Sondermassnahmen getroffen, die einen Wasserzutritt zu den quellfaehigen Schichten verhindern sollen. Die beiden eingleisigen Roehren weiten sich bei Annaeherung an den Bahnhof trompetenfoermig auf. Wegen der dann groesseren Spannweiten und der aufstehenden innerstaedtischen Bebauung werden in diesen Bereichen besondere Massnahmen zur Verhinderung von Setzungen vorgenommen. Die Zufuehrung Ober-/Untertuerkheim besteht aus zwei parallelen, kreisrunden Roehren mit Abschnitten in Offener Bauweise oder in Trogbauweise. Die Laenge der beiden bergmaennisch aufzufahrenden Roehren betraegt etwa 5,8 Kilometer. Eine Besonderheit des Projektes Stuttgart 21 aus der Sicht der Planer und Pruefingenieure stellt die Baufreigabe von Unterlagen zur Ausfuehrungsplanung dar. Dazu wurde vom Auftraggeber detailliert vorgeschrieben, welche Stationen die Planungsunterlagen in den einzelnen Genehmigungsphasen zu durchlaufen haben. Zur Beherrschung der Flut von Unterlagen werden diese zu Planpaketen fuer bestimmte Bauabschnitte zusammengefasst. Wegen der Vielzahl der an der Planung Beteiligten betraegt die planmaessige Genehmigungsdauer bis zur Freigabe der Unterlagen zwischen drei und vier Monaten. Das heisst, dass die Planung einen ausreichenden Vorlauf zur Ausfuehrung haben muss. Um bei kurzfristigen Planungsaenderungen den Baufortschritt nicht zu behindern, werden fuer diese Faelle besondere Vorgehensweisen fuer die Planer und Genehmigungsbehoerden entwickelt.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 59-64
  • Serial:
    • PRUEFINGENIEUR
    • Issue Number: 44
    • Publisher: BUNDESVEREINIGUNG DER PRUEFINGENIEURE FUER BAUSTATIK
    • ISSN: 1430-9084

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01532620
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jul 31 2014 10:06AM