Zerstoerungsfreie 3D Untersuchungen an Bauwerken mit dem Georadar-Verfahren

Die Anwendung zerstoerungsfreier Messmethoden bei der Zustandsuntersuchung von Brueckenbauwerken und anderen Infrastrukturbauwerken nimmt in den letzten Jahren einen zunehmend groesseren Raum ein. Neben den Verfahren Ultraschall, Wirbelstrom, Potenzialfeldmessungen und anderen wird dazu auch das Georadar-Verfahren eingesetzt. Das Verfahren wird beschrieben und dabei insbesondere die Messkonfiguration und ihre Anwendung zur zerstoerungsfreien Untersuchung von Bauwerken beleuchtet. Das Georadar-Verfahren gehoert als geophysikalisches Oberflaechenverfahren zu den indirekten Aufschlussmethoden im Rahmen geotechnischer Untersuchungen. Es basiert auf dem Aussenden und Empfangen elektromagnetischer Wellen. Massgebende Messgroesse ist die materialabhaengige Dielektrizitaetskonstante. Das ausgesendete Signal wird bei unterschiedlichen Dielektrizitaetskonstanten teilweise reflektiert und aufgezeichnet. Die Konfiguration des Verfahrens ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich, insbesondere hinsichtlich der Messfrequenzen der Antennen. Bei einer 400-Megahertz-Antenne koennen bei Strassen mit normalem Untergrund Eindringtiefen von circa 4 Metern erreicht werden. Andere Antennen erlauben Eindringtiefen von 0,2 bis 1 Meter oder auch Messtiefen bis zu 30 Metern. Im Eisenbahnbau kann das Verfahren zur Erkundung des Trassenzustands, zum Beispiel zur Detektion von Schichtgrenzen im Untergrund und Hohlraeumen dienen. Im Brueckenbau lassen sich mit anderen, hochfrequenteren Antennen beispielsweise Bewehrungen, Spannglieder und Schadstellen lokalisieren. Werden Mehrkanalscanner verwendet, so erlauben diese eine flaechendeckende Untersuchung von grossen Bereichen. Die Auswertung der Messungen kann bei Bedarf auch direkt vor Ort erfolgen, wobei sowohl eine zweidimensionale als auch eine dreidimensionale Darstellung der Messdaten moeglich ist. Eine erhoehte Aussagefaehigkeit ergibt sich bei Kombination des Georadar-Verfahrens mit anderen zerstoerungsfreien Messverfahren, zum Beispiel der Potenzialfeldmessung, dem Ultraschall- und Impact-Echo-Verfahren.

  • Authors:
    • HOFMANN, D
    • HOMBURG, S
  • Publication Date: 2014-3

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01532616
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jul 31 2014 10:06AM