Der Koenig ist tot. Lang lebe der Koenig. Sprengabbruch der alten Sinntalbruecke bei Bad Brueckenau (Deutschland) / The king is dead. Long live the king. The demolition of the old Sinntal Bridge near Bad Brueckenau (Germany)

Im Zuge der Herstellung von Ersatzneubauten muessen die Bestandsbauten meist zurueckgebaut werden. Eine der moeglichen Rueckbaumethoden ist das Sprengen. Dazu wird der Sprengabbruch der alten Sinntalbruecke bei Bad Brueckenau thematisiert. Die 1968 erbaute alte Sinntalbruecke ueberquert mit einer Laenge von etwa 770 Metern das Tal der Sinn im Zuge der Bundesautobahn A7, die eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen dem Norden und Sueden Deutschlands ist. Der Ueberbau wurde als geschweisste Stahlkonstruktion mit zwei Vollwandtraegern und einer orthotropen Fahrbahnplatte ausgefuehrt. Das statische System ist ein Durchlauftraeger ueber acht Felder mit Mittelstuetzweiten von 110 Metern und Endfeldlaengen von 60 beziehungsweise 80 Metern. Das Konzept sah eine gleichzeitige Sprengung aller sieben Pfeilerpaare durch eine zweiteilige Sprengung vor. Dazu wurden die Pfeiler in Pfeilermitte und am Fusspunkt durch Sprengungen so geschwaecht, dass die Pfeiler wie ein Zollstock zusammenklappten. Der Ueberbau rutschte von den Widerlagern und kam als Ganzes im Tal zum Liegen. Um ein unkontrolliertes Seitwaertsbewegen des Ueberbaus in Richtung der direkt benachbarten neuen Sinntalbruecke beim Fallen durch Segeleffekte zu unterbinden, wurden zuvor die Kragarme und der mittlere Stahlblechstreifen vom Ueberbau entfernt. Im Vorfeld des Sprengabbruchs erfolgte eine Beweissicherung der umliegenden Gebaeude und technischen Anlagen. Schaeden infolge der Sprengung traten nicht ein. Zuvor durchgefuehrte rechnerische Prognosen zu auftretenden Erschuetterungen wurden dadurch bestaetigt. Zur Ueberpruefung der Erschuetterungsprognosen und zum Zweck einer fremdueberwachten Eigenueberwachung wurden an ausgewaehlten Bauwerken und technischen Anlagen sowie an zwei Pfeilerfundamenten der neuen Sinntalbruecke Erschuetterungsmessungen durchgefuehrt. Die gemessenen Schwinggeschwindigkeiten lagen deutlich unter den Anhaltswerten der DIN 4150, Teil 3. Es wird festgestellt, dass die Prognosen weit auf der sicheren Seite lagen. ABSTRACT IN ENGLISH: As part of the new construction replacement of the Sinntal bridge on the A7 motorway at Bad Brueckenau on 22 June 2013 the old Sinntal bridge with a length of 770 m was demolished by blasting. Due to the lack of experience in Germany with the blasting demolition of bridges of this size an appropriate demolition concept including static calculations was presented to the client, which also evaluated the effect of vibrations on adjacent buildings and structures. Since both bridges were only a few meters apart, a technical review of the planning documents, a comprehensive preservation of evidence of selected structural and technical facilities as well as comparative vibration predictions and measurements according to DIN 4150 were necessary. This task was given to the Bluhm Partner AG in March 2013. An overview of the demolition concept, the preservation of evidence and the vibration predictions and measurement is given. (A)

  • Authors:
    • BLUHM, J
  • Publication Date: 2014-2

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 134-8
  • Serial:
    • Bautechnik
    • Volume: 91
    • Issue Number: 2
    • Publisher: Ernst (Wilhelm) and Sohn

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01525452
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 27 2014 4:56PM