Strategien zum demografischen Wandel - Standort und Standortalternativen

Laendlich gepraegte Raeume in Deutschland stehen heute angesichts des demografischen Wandels und der damit verbundenen Folgen in der Sicherung der Daseinsvorsorge vor erheblichen Herausforderungen. Fuer eine nachhaltige Entwicklung laendlicher Raeume sind drei Aspekte von zentraler Bedeutung, die bisher im Wesentlichen getrennt diskutiert wurden: die Sicherung der Daseinsvorsorge, das Wanderungs- und Wohnstandortwahlverhalten der Bevoelkerung und Erreichbarkeitsverhaeltnisse und Verkehrsaufwand der Bevoelkerung. Gefragt sind praktikable und finanzierbare Handlungsstrategien, die die Grundversorgung und gesellschaftliche Teilhabe der Bevoelkerung in duenn besiedelten laendlichen Raeumen sicherstellen koennen. Anhand von Sekundaeranalysen mehrerer standardisierter Erhebungen (MiD 2008, BBSR-Umfrage, Intermobil Region Dresden) wurden Anforderung der Bevoelkerung an den Wohnstandort und die Teilhabechancen der Bevoelkerung ermittelt. Die Ergebnisse der quantitativen Analysen wurden in drei Fallregionen (Landkreis Nordfriesland, Werra-Meissner-Kreis, Landkreis Uckermark) mithilfe von Expertengespraechen sowie Buergerwerkstaetten in jeweils zwei Untersuchungsgemeinden ueberprueft und validiert. Dabei wurde auch nach den Auswirkungen der in den Fallregionen praktizierten Handlungsstrategien auf Verkehrsaufwand, Erreichbarkeit und Teilhabe gefragt. Nach Auswertungen der repraesentativen Erhebungen der MiD 2008 berichten rund 3 Prozent der gesamtdeutschen Bevoelkerung, Laeden fuer den taeglichen Bedarf nicht gut erreichen zu koennen. Bezogen auf den eigenen Arbeits-, Ausbildungs- oder Schulplatz trifft dies fuer 7 Prozent aller Erwerbstaetigen/Auszubildenden/Schueler zu. Diese Probleme betreffen in ueberdurchschnittlich starkem Masse Personen mit geringem Einkommen, geringer Bildung, Jugendliche, Alte, Personen ohne Pkw und Haushalte im laendlichen Raum. Beispielsweise berichten in Gemeinden unter 5 000 Einwohner (EW) 28 Prozent der Bevoelkerung ab 65 Jahre ohne Pkw im Haushalt ueber Probleme, Einkaufsgelegenheiten fuer den taeglichen Bedarf zu erreichen. In der Altersgruppe 75+ sind es sogar 32 Prozent. Oeffentliche Verkehrsmittel koennen die damit verbundenen Probleme nur sehr begrenzt kompensieren.