Rechtsschutzversicherung im Wandel

Anwaltschaft und Rechtsschutzversicherungen waren in Deutschland lange von einem starken Miteinander und einer gegenseitigen Zufriedenheit gepraegt trotz einzelner Meinungsverschiedenheiten bei rechtlichen Fragestellungen. Dieses Szenario hat sich entscheidend veraendert. Die Verbesserungen der Einnahmeseite der Anwaltschaft, beispielsweise durch eine veraenderte Gebuehrenordnung, hat eine Belastung der Aufwandseite der Rechtsschutzversicherer zur Folge gehabt. Ausserdem stieg die Zahl der zugelassenen Rechtsanwaelte, wurden Einschraenkungen bei der anwaltlichen Berufsausuebung reduziert und der Rechtsberatungsmarkt liberalisiert. Die Entwicklung bei den Rechtsschutzversicherern verlief daher zunehmend vom wesentlichen Kostenerstatter hin zu einem aktiven Mitgestalter des Schadensgeschehens. Dies loest Verunsicherung und Reaktanz aus; aktuell ist das Verhaeltnis von Rechtsschutzversicherern und Anwaltschaft deshalb von einer gespannten wechselseitigen Beobachtung gepraegt. Neben dem sich permanent erhoehenden Druck auf der Schadenaufwandsseite zeigen sich veraenderte Anforderungen seitens der Kunden an die Geschaeftsmodelle der Rechtsschutzversicherer. Eroertert werden veraenderte Leistungsangebote der Rechtsschutzversicherer im Rahmen des Schadenmanagements: die Empfehlung eines Fach- oder Kanzleianwalts sowie alternative Informations- und Konfliktloesungsangebote wie Mediation und andere Konfliktloesungsverfahren. Naeher eingegangen wird auf die Anwaltempfehlung als Rechtsproblem. Es wird zusammengefasst, dass die Anwaltschaft von ueberkommenen Geschaeftsmodellen in den vergangenen Jahrzehnten ueberproportional profitiert hat, obwohl und weil sie selbst starkem Veraenderungsdruck ausgesetzt war. Eine funktionsfaehige und leistungsstarke Anwaltschaft sei jedoch unabdingbare Voraussetzung fuer den Rechtsstaat. Vor dem Hintergrund der Veraenderungen sei es unablaessig, Transparenz und eine Klaerung der unterschiedlichen Sichtweisen herzustellen. Beitrag zum Arbeitskreis VI „Schadenmanagement der Rechtsschutzversicherer im Verkehrsrecht“ des 51. Deutschen Verkehrsgerichtstags 2013.

  • Availability:
  • Supplemental Notes:
    • Komplett ueberarbeitete, aktualisierte und ergaenzte Langfassung des auf dem 51. Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar gehaltenen Vortrags "Schadenmanagement in der Kfz-Versicherung".
  • Corporate Authors:

    DEUTSCHER VERKEHRSGERICHTSTAG - DEUTSCHE AKADEMIE FUER VERKEHRSWISSENSCHAFT - E.V.

    BARON-VOGHT-STRASSE 106A
    HAMBURG,   DEUTSCHLAND BR  D-22607

    LUCHTERHAND / WOLTERS KLUWER DEUTSCHLAND GMBH

    LUXEMBURGER STR. 449
    KOELN,   Germany  D-50939
  • Authors:
    • Eberhardt, U
  • Publication Date: 2013

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 295-328
  • Monograph Title: 51. Deutscher Verkehrsgerichtstag 2013

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01497206
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-472-08574-4
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 24 2013 10:33AM