Anforderungen der Kfz-Haftpflichtversicherer an den vom Geschaedigten beauftragten Kfz-Sachverstaendigen

In den Entschliessungen des Deutschen Verkehrsgerichtstags (VGT) von 1985 und 2003 wurde der Gesetzgeber aufgefordert, ein einheitliches Berufsbild fuer den Kraftfahrzeug-Sachverstaendigen in der Unfallregulierung zu schaffen. Angesichts der fortschreitenden Liberalisierung in der EU und des Rueckzugs des Staates aus der Regelung von Art und Inhalt beruflicher Taetigkeiten seiner Buerger ist es nicht verwunderlich, dass diese Forderungen nicht umgesetzt wurden. Das Interesse an Schutzregelungen gegen unzureichende Gutachten wird weiter vermindert, indem zunehmend die Versichertengemeinschaft insgesamt (und weniger der einzelne Betroffene) mit ihren Folgen belastet wird. Dargelegt werden die Anforderungen, die aus Sicht der Haftpflichtversicherer an einen Kraftfahrzeug-Sachverstaendigen hinsichtlich Objektivitaet und Neutralitaet, Unabhaengigkeit und fachlicher Qualitaet zu stellen sind. Des Weiteren wird auf die Frage der Erstattungsfaehigkeit falscher Gutachten und ueberhoehter Sachverstaendigenhonorare sowie auf die Erstattungsfaehigkeit der Sachverstaendigenkosten bei Teilhaftung eingegangen. Festgehalten wird, dass beim betrachteten Marksegment nicht Angebot und Nachfrage die Qualitaet und den Preis steuern. Denn ein erheblicher Teil von Gutachten wird von Experten erstellt, die nicht organisiert sind, deren Qualifikation nicht erkennbar ist und die sich jeglicher Kontroll- und Ueberwachungsmoeglichkeit entziehen. Dieses Einfallstor fuer Dienstleister, die mangelnde Qualitaet zu ueberhoehten Preisen liefern, koennte geschlossen werden, wenn ein Massstab fuer eine korrigierende Bewertung des Marktsegmentes vorhanden waere. Da dies nicht der Fall ist, muss bereits das Vertragsverhaeltnis Geschaedigter/Sachverstaendiger durch die Rechtsprechung so gestaltet werden, dass eine objektive, neutrale, fachlich kompetente und angemessen honorierte Leistung des Sachverstaendigen zu erfolgen hat. Interessenverbaende koennten bei der Ermittlung eines sachgerechten Preises wertvolle Hilfe leisten. Eine Berufsordnung einschliesslich Gebuehrenregelung koennte alle Streitigkeiten um die Angemessenheit der Bezahlung beseitigen. Beitrag zum Arbeitskreis IV „Der Kfz-Sachverstaendige in der Unfallregulierung" des 50. Deutschen Verkehrsgerichtstags 2012.

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  • Authors:
    • Engelke, D
  • Publication Date: 2012

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 133-50
  • Monograph Title: 50. Deutscher Verkehrsgerichtstag 2012

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01497139
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-472-08392-4
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 17 2013 10:05AM