Gotthard-Basistunnel - Der laengste Tunnel der Welt / Gotthard base tunnel - the world's longest tunnel

Behandelt werden der Vortrieb, die Rohbauausruestung sowie die Bahntechnik des Gotthard-Basistunnels und ergaenzend der Vortrieb des Ceneri-Basistunnels, die zusammen eine durchgehend verlaufende Flachbahn durch die Alpen ergeben. Konzipiert wurde der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel als Eisenbahntunnel mit zwei einspurigen Roehren, die alle 325 Meter durch Querschlaege verbunden sind. Zur Minimierung der Gesamtbauzeit wird der Tunnel in die fuenf Abschnitte Erstfeld, Amsteg, Sedrun, Faido und Bodio unterteilt, deren Herstellung teilweise gleichzeitig erfolgt. Unabhaengig von der Art des Vortriebs (konventionell oder mit Tunnelbohrmaschinen) weisen die beiden Roehren immer den gleichen Tunnelquerschnitt auf. Der 7,8 Kilometer lange Teilabschnitt Erstfeld wird bis auf die ersten, in offener Bauweise erstellten 600 Meter aus Gruenden des Laerm- und Erschuetterungsschutzes mit Tunnelbohrmaschinen (TBM) aufgefahren. Vor Beginn des Vortriebs des 11 Kilometer langen Teilstuecks Amsteg mit zwei TBM war zunaechst ein 1,8 Kilometer langer Zugangsstollen anzulegen. Im Juni 2005 kam es in der Westroehre zu einem Wassereintritt, der loses Material in den Bohrkopf schwemmte. Die Freilegung des Bohrkopfes erfolgte durch einen Gegenvortrieb aus der Ostroehre. Auch der 8,5 Kilometer lange Teilabschnitt Sedrun erforderte einen Zugangsstollen von 1,5 Kilometern Laenge sowie Versorgungs- und Foerderschaechte. Wegen der schwierigen Gebirgsverhaeltnisse erfolgte der Vortrieb des Teilabschnitts Sedrun in bergmaennischer Bauweise. Der 15 Kilometer lange Teilabschnitt Faido wurde mit TBM aufgefahren, waehrend der Vortrieb des baubedingten 2,7 Kilometer langen Zugangsstollens im Sprengvortrieb erfolgte. Neben den Tunnelroehren entsteht in diesem Abschnitt auch eine der beiden Multifunktionsstellen im Gotthard-Basistunnel. Der 15 Kilometer lange Teilabschnitt Bodio wurde zusammenhaengend mit dem Teilabschnitt Faido mit denselben TBM aufgefahren. Vor dem Start des Vortriebs waren verschiedene Vorarbeiten durchzufuehren, zum Beispiel die Herstellung eines 3,1 Kilometer langen Schutterstollens. Des Weiteren werden die mechanischen und elektromechanischen Einrichtungen fuer den Tunnelrohbau behandelt. Angeordnet werden die meisten dieser Einrichtungen in den Multifunktionsstellen und in den Querschlaegen. Die beiden Multifunktionsstellen enthalten je zwei Spurwechselanlagen, wo Zuege von der einen in die andere Roehre wechseln koennen. Im Normalbetrieb werden die Tunnelroehren wegen der Kolbenwirkung der Zuege nicht aktiv belueftet. Eingebaut wird jedoch eine Betriebslueftung zur Schaffung des erforderlichen Tunnelklimas bei Unterhaltungsarbeiten und zur Verhinderung des Rauchuebertritts von einer Roehre in die andere im Brandfall. Bei den Betriebseinrichtungen wird auch auf die Brauchwasserversorgung und die Tunnelentwaesserung eingegangen. Die Darstellung der Bahntechnik behandelt den Einbau bahntechnischer Anlagen, die Ausstattung mit Fester Fahrbahn, die Stromversorgung fuer die Bahn und die Infrastruktur, die Kommunikation und Datenuebertragung sowie die bahntechnischen Sicherungsanlagen. Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel entspricht querschnittsmaessig dem Gotthard-Basistunnel. Bautechnisch wird er allerdings durchgehend im Sprengvortrieb aufgefahren. Der Gotthard-Basistunnel soll Ende 2016 und der Ceneri-Basistunnel Ende 2019 in Betrieb gehen. ABSTRACT IN ENGLISH: With construction of the new Gotthard Rail Link, Switzerland is creating transport history. The two base tunnels under the Gotthard and Ceneri are not only pioneering technical achievements, they also symbolise the materialisation of a nation's will. As long ago as 1992, Switzerland's voters authorised the New Rail Link through the Alps (NRLA) under the Gotthard and Loetschberg. In a further referendum in 1998, they created the Public Transport Finance Fund (FinoeV) to secure the financing of major Swiss railway projects. The Gotthard Base Tunnel, at 57 km the world's longest railway tunnel, will go into operation in 2016. In 2019, the flat route through the Alps is scheduled to be completed with the Ceneri Base Tunnel. This will restore the competitiveness of rail over road for transalpine transport. With the shorter and flatter route, productivity in goods traffic can be significantly increased. Rail passengers benefit from substantial time gains. Also with the NRLA, Switzerland integrates itself into the European high-speed network. (A)

  • Authors:
    • SIMONI, R
  • Publication Date: 2013-7

Language

  • German

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  • Accession Number: 01492673
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 11 2013 10:46AM