Loetschberg Basistunnel / Loetschberg base tunnel

Das Baukonzept und die Besonderheiten in den einzelnen Baulosen des Loetschberg Basistunnels werden vorgestellt. Als 34,6 Kilometer langer Tunnel ist er Teil der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) in der Schweiz. Das Nordportal liegt bei Frutigen im Kandertal und das Suedportal bei Raron im Rhonetal. Das Tunnelprojekt besteht aus zwei Tunnelroehren im Abstand von 40 Metern, die alle 333 Meter durch Querschlaege verbunden sind. So koennen beide Roehren gegenseitig bei Brandereignissen oder sonstigen Unfaellen als Fluchtwege genutzt werden. Zur Reduzierung der Bauzeit und zur Vermeidung des erhoehten Risikos grosser Bauabschnitte unterteilte man den Vortrieb in mehrere Abschnitte mit entsprechenden Zugangsstollen und fuenf Angriffspunkten. Einleitend wird auf die Geologie im Tunnelbereich und die Vortriebe Mitholz, Ferden, Steg und Raron eingegangen. Schwerpunktmaessig wird die Gebirgsabdichtung einer wasserfuehrenden Zone und einer Zone mit hohem Wasserdruck im Baulos Ferden abgehandelt. Dazu wird ein Ueberblick ueber den Ablauf der technisch interessanten Vorbehandlungen und Durchoerterungen des wasserfuehrenden Gebirges gegeben. Aus geotechnischer Sicht mussten zunaechst durch fuenf Vorausbohrungen vom Angriffspunkt Ferden aus die beiden vorhandenen Stoerzonen erkundet werden. Zur Planung und Begleitung der Massnahmen richtete man organisatorisch die Begleitgruppe "Stoerzonen" ein. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass eine der Stoerzonen im Einzugsgebiet der Thermen von Leukerbad liegt, musste eine Beeinflussung dieser Thermen durch die Vorbehandlungen und Durchoerterungsarbeiten des Gebirges ausgeschlossen werden. Dazu war in dieser Stoerzone pro Tunnelroehre eine maximale Ableitung von 1 Liter Wasser pro Sekunde vorgegeben. Da das Bergwasser unter hohem Druck stand, bis circa 40 Grad warm war und einen recht hohen Sulfatgehalt von bis zu 2 Gramm je Liter aufwies, waren bei den Bohr- und Injektionsmassnahmen verschiedene Spezialmassnahmen anzuwenden. Eine besondere Herausforderung bei der Planung der Massnahmen stellte das vorhandene Kluftsystem dar. Die Loesung bestand in der Herstellung eines ringfoermigen Injektionskoerpers zur Abdichtung der Tunnelroehren. Das theoretische Konzept sieht fuer diesen Ring drei Ringzonen um den Tunnel vor. Ein aeusserer Ring dient zur Abdichtung, der mittlere Ring ist fuer Nachinjektionen aus dem Tunnel heraus reserviert und im inneren Ring wird mit kurzen Radialbohrungen eine Drainagezone fuer das Bergwassers geschaffen. Mit einer staendigen Optimierung der Arbeitsablaeufe gelang es, die Bohr- und Injektionsarbeiten bedeutend zu beschleunigen. Durch die Injektionsarbeiten konnte der urspruengliche Wasseranfall von bis zu acht Litern pro Sekunde bei der Stoerungszone im Bereich des Einzugsgebiets der Therme auf 0,2 Liter pro Sekunde vermindert werden. Das liegt weit unter dem vorgegebenen Wert von maximal 1 Liter pro Sekunde. In der anderen Stoerungszone hat sich der Wasseranfall auf 3,3 Liter pro Sekunde verringert. Insgesamt faellt aus den beiden Stoerungszonen somit eine Wassermenge von 3,5 Litern pro Sekunde an. ABSTRACT IN ENGLISH: The 34,6 km long Loetschberg base tunnel is the first base tunnel of the latest generation of tunnels through the Alps. The main construction contracts started in 1999 and the tunnels were commissioned at the end of 2007. The tunnel system comprises two tunnel tubes placed at a distance of 40 m. The tubes are connected with each other by cross tunnels at 333 m intervals. The following safety principle applies: each tunnel tube serves as safety route for the other tube. The article covers a description of the construction concept and the special features of the different construction contracts, with special emphasis on the waterproofing measures at the Ferden construction section. For environmental protection reasons a total of 172 injection holes were drilled with a preventer using warm water at 40 degrees C, at a pressure of 110 bar; the total length was 7,700 m into which 233 m3 of injection material was injected under pressure to fill even very minute fissures in the rock formation. The total construction cost of the Loetschberg base tunnel was CHF 3490 million (based on 2008 prices). (A)

  • Authors:
    • TEUSCHER, P
    • AESCHBACH, M
  • Publication Date: 2013-7

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01492672
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 11 2013 10:46AM