Geotechnische Beurteilung und Vergleich unterschiedlicher Ersatzbaustoffe beim Bau von Laermschutzwaellen

Im Vordergrund der Ausfuehrungen zu den Baustoffen und Ersatzbaustoffen fuer den Bau von Laermschutzwaellen stehen Recyclingprodukte und industrielle Nebenprodukte. Zur umfassenden Darstellung des Problemfeldes wird zunaechst auf die Planung von Laermschutzwaellen, die dabei zu beachtenden Randbedingungen und die fuer den Bauantrag einzureichenden Unterlagen eingegangen. Die Anforderungen an die Eignung von Ersatzbaustoffen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Waehrend in Nordrhein-Westfalen Gemeinsame Runderlasse gelten, beziehen sich die meisten anderen Bundeslaender auf das Mitteilungsblatt M20 "Anforderungen an stoffliche Verwertung von mineralischen Abfaellen/Reststoffen" der Laenderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA). Zur Beurteilung der untersuchten Baustoffe zur Eignung fuer Laermschutzwaelle stuetzt sich der Beitrag auf Standsicherheitsnachweise, die entsprechend DIN 1054:2010 erfolgten. Dabei ist unter anderem nachzuweisen, dass die Grenzzustaende der Tragfaehigkeit (GEO 3) mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen sind. Alle Laermschutzwaelle (LSW) wurden zunaechst mit folgenden Monobaustoffen im Kern berechnet: Hausmuellverbrennungsasche (HMVA), Recyclingbaustoff (RCL), Boden/Bauschuttgemisch und lokal anstehender Boden. Zusaetzlich erfolgte die Betrachtung von praxisrelevanten Kombinationen der Baustoffe. Dies waren Boden/Bauschuttgemisch als Kern mit HVMA ummantelt, Boden/Bauschuttgemisch als Kern mit RCL ummantelt und RCL als Kern mit HMVA ummantelt. Insgesamt ergaben sich dabei sieben untersuchte Kombinationen. Als massgebende bodenmechanische Kennwerte dienten in den Standsicherheitsberechnungen Wichte, Scherfestigkeit und Kohaesion. Die bodenmechanischen Kennwerte der untersuchten Baustoffe sind in einer Tabelle aufgelistet. Zusaetzlich erfolgt eine Charakterisierung der Baustoffe und Ersatzbaustoffe. Berechnet wurden drei Varianten von Laermschutzwaellen. Die variierten Parameter der Waelle waren dabei Hoehe, Kronenbreite, Neigung der Sohle und Aufstandsflaeche. Alle Varianten hatten eine Boeschungsneigung von 1:1,5 und einen Abstand von mehr als 2 Meter zum Grundwasserspiegel. Die Berechnungen der Standsicherheit erfolgten mit dem Programmsystem GGU-Stability. Berechnet wurden die drei Ausfuehrungsvarianten des Laermschutzwalles mit den 7 Kombinationen von Baustoffen und Ersatzbaustoffen. Die Bewertung der Berechnungsergebnisse zeigt, dass beim Laermschutzwall Variante 2 die Standsicherheit bei allen Kombinationen gegeben ist. Bei der Variante 1 ist die Standsicherheit bei einem Kern aus Boden/Bauschuttgemisch nicht ausreichend. Die Standsicherheit des Laermschutzwalles Variante 3 konnte bei allen Kombinationen rechnerisch nicht nachgewiesen werden. Dies ist im Wesentlichen begruendet durch die extrem hohe Belastung aufgrund der Wallhoehe von 20 Metern. Die groessten Sicherheitsreserven bieten die Ausfuehrungen mit reiner HMV-Asche oder die Ausfuehrung mit RCL-Material im Kern und einer Ummantelung mit HMV-Asche.

  • Authors:
    • VINMANS, A
  • Publication Date: 2013-7

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 335-41
  • Serial:
    • Bauingenieur
    • Volume: 88
    • Issue Number: 7/8
    • Publisher: Springer Verlag

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01492662
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Sep 11 2013 10:45AM