Mehr gegenseitige Ruecksichtnahme im Strassenverkehr geboten. Deutscher Verkehrsgerichtstag 2013

Der Beitrag fasst wesentliche Aussagen des Deutschen Verkehrsgerichtstags (VGT) 2013 in Goslar zusammen, in dessen Mittelpunkt die Bekaempfung von aggressivem Verhalten im Strassenverkehr, die Nachvollziehbarkeit von Geschwindigkeitskontrollen, die geplante Reform des Verkehrszentralregisters und Fragen der Verbesserung der Fahrausbildung standen. Von aggressivem Verhalten waren laut einer Umfrage des ADAC schon fast alle Fahrer einmal betroffen. Bereits vor 10 Jahren hat eine Studie der Bundesanstalt fuer Strassenwesen (BASt) im Rahmen einer Fahrerbefragung aggressives Fahren als haeufig anzutreffendes Verhalten bestaetigt. Die Entdeckungswahrscheinlichkeit wurde hingegen als sehr gering oder gering eingeschaetzt. Schwierig gestaltet sich eine Definition diesen Verhaltens und die Suche nach statistischen Zahlen zur Haeufigkeit im Strassenverkehr, insbesondere im Zusammenhang mit Unfaellen. Strafverschaerfungen allein erscheinen nicht zielfuehrend, denn es muessten entsprechende "Schwellenwerte" fuer einen Straftatbestand normiert werden. Unstrittig war, dass aggressive Verhaltensweisen sanktioniert und staerker verhindert werden muessen. Ein Buendel abgestimmter Massnahmen und ein Zusammenwirken aller fuer die Verkehrssicherheit verantwortlichen Institutionen sei dazu erforderlich. Beim Thema ueberhoehte Geschwindigkeit hat eine Umfrage der DEKRA gezeigt, dass eine Mehrheit der deutschen Autofahrer sich fuer Tempokontrollen und harte Strafen fuer Raser ausspricht. Immer wieder werden Messergebnisse jedoch durch die Betroffenen oder durch Sachverstaendige angezweifelt, auch bei Anwendung standardisierter Messverfahren. eschwindigkeitsmessungen werden auch weiterhin fuer wichtig und notwendig gehalten; die Akzeptanz muesse jedoch gesteigert werden, indem Blitzer nicht als Einnahmequellen dienen duerften. Die Korrektheit der Messungen soll durch die Bereitstellung von Unterlagen zur Akteneinsicht fuer die Betroffenen ueberpruefbarer werden. Kritisiert wurde der Entwurf der Bundesregierung zum Gesetzentwurf einer Reform des Punktesystems. Trotz befuerworteter Ansaetze wurde angemahnt, dass solch ein Register in seiner Konzeption fuer laengere Zeit Bestand haben und der aktuelle Entwurf nochmals ueberarbeitet werden muesse. Bezueglich der Fahranfaengersicherheit war die BASt im Jahr 2010 beauftragt worden, ein Rahmenkonzept zur Verbesserung zu erarbeiten; die Empfehlungen wurden auf dem Verkehrsgerichtstag vorgestellt. Die vorgeschlagenen Massnahmenprioritaeten sind unter anderem die Ausweitung des Begleiteten Fahrens, die Foerderung einer staerkeren Verankerung verkehrssicherheitsorientierter Einstellungen und die verstaerkte Nutzung von Technik und Wissenschaft fuer die Qualitaetssicherung aller relevanten Fahranfaengermassnahmen. Neue Wege sollen zur Absenkung der Unfallbelastung der Fahranfaenger aus der Hochrisikophase fuehren. Eine Projektgruppe soll eingerichtet werden, die dazu geeignete Vorschlaege entwickelt.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: 11-7
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01492492
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 28 2013 12:57AM