Urtexte - Carlowitz und die Quellen unseres Nachhaltigkeitsbegriffs

Die UN-Konferenz Rio +20 hat im Sommer 2012 das Bekenntnis der Weltgemeinschaft zur Nachhaltigkeit als Leitbild erneut bekraeftigt. Die Klaerung und Schaerfung dieses Konzepts bleibt eine wichtige Aufgabe. Dazu ist die Spiegelung des Begriffs in seinen historischen Quellen unabdingbar. Am Anfang der Begriffsbildung steht das vor 300 Jahren - 1713 - erschienene Buch "Sylvicultura oeconomica" des saechsischen Kameralisten Carlowitz. Es thematisiert eine im 17. Jahrhundert europaweit prognostizierte Ressourcenkrise: den Holzmangel. Carlowitz war mit den in den deutschen Territorien, in England und Frankreich entwickelten Loesungsansaetzen zur Bewahrung der Waelder vertraut. Die traditionelle Terminologie (pfleglich, konservierend) bereichert er in seinem Buch durch den Ausdruck "nachhaltende Nutzung" des Holzes. Die Verpflichtung dazu ergibt sich fuer Carlowitz aus der Verantwortung fuer die "Posteritaet", die nachfolgenden Generationen. In Umrissen entwirft er bereits das Dreieck der Nachhaltigkeit. Sein Fokus auf das Nachwachsen, also auf die Faehigkeit von Oekosystemen zur Regeneration, rueckt die Oekologie in den Kern des Nachhaltigkeitsdenkens. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 46-51
  • Serial:
    • NATUR UND LANDSCHAFT
    • Volume: 88
    • Issue Number: 2
    • Publisher: W. KOHLHAMMER GMBH VERLAG
    • ISSN: 0028-0615

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01490283
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 20 2013 4:51PM