Aktualisierung des Ueberholmodells auf Landstrassen

Das Unfallgeschehen auf Landstrassen weist eine besonders hohe Unfallschwere auf. Zur Reduktion der Laengsverkehrsunfaelle aufgrund von fehlerhaftem Ueberholen halten die "Richtlinien fuer die Anlage von Landstrassen" (RAL 2012) fuer jede Entwurfsklasse ein Ueberholprinzip bereit. Dennoch ist das Ueberholen unter Benutzung des Gegenfahrstreifens auf Strassen der (Entwurfsklasse) EKL 3 und EKL 2 nicht ausgeschlossen. Deswegen wurde in den RAL eine erforderliche Ueberholsichtweite von 600 m auf einbahnig zweistreifigen Strassen anhand eines theoretischen Ueberholmodells festgelegt. Zur Ueberpruefung und Aktualisierung des derzeit gueltigen Ueberholmodells auf Landstrassen wurden im Rahmen dieser Untersuchung vollstaendige Ueberholungen im realen Verkehrsgeschehen mit einer Drohne aufgenommen. Die Ueberholvorgaenge wurden hinsichtlich ihrer Kenngroessen ausgewertet. Daraus wurde ein Modell zur Bestimmung der erforderlichen Ueberholsichtweite in Abhaengigkeit der entwurfstechnischen Randbedingungen abgeleitet. Im Ergebnis wurden Empfehlungen eines aktualisierten Ueberholmodells auf Landstrassen zur Uebernahme in die RAL gegeben. Abgeleitet aus den Ergebnissen wurden Empfehlungen formuliert, unter welchen Bedingungen das Ueberholen durch verkehrsrechtliche Massnahmen unterbunden werden sollte.