Pilotversuch zur Behandlung der Abwaesser von PWC-Anlagen

Die spezifische Charakteristik der an PWC-Anlagen anfallenden Abwaesser (viel Urin und hoher Anteil von Toilettenpapier und Grobstoffen im Abwassergemisch), deren Ursache (Nutzerverhalten, sparsame Sanitaertechnik) und schliesslich die Konsequenzen (Betriebsstoerungen durch Verstopfungen und Ablagerungen, Schwierigkeiten bei der biologischen Behandlung und Schlammabfuhr) erfordern angepasste Konzepte und Technologien fuer einen wirtschaftlichen und sicheren Betrieb der Abwasserentsorgung von PWC-Anlagen. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Forschungsvorhabens FE 2.202/2000/MRB wurde die Planung und Umsetzung der abwassertechnischen Sanierung der PWC-Anlage "Jalmer Moor" an der Bundesautobahn (BAB) A 7 wissenschaftlich begleitet sowie der Betrieb evaluiert. Einerseits wurde Augenmerk auf den wirksamen Rueckhalt von Feststoffen in einer Vorklaerung gelegt, der speziell fuer die Betriebssicherheit von Bodenfiltern entscheidend ist. Anderseits wurde die Abtrennung von maennlichem Urin aus dem Abwassergemisch als moegliche Option zur Stabilisierung des Reinigungsprozesses untersucht. Im Projekt konnten konstruktive Empfehlungen fuer die Absetzbehaelter von PWC-Anlagen abgeleitet und gezeigt werden, dass sich Bogensiebe als Alternative zu Absetzbecken aufgrund zu erwartender betrieblicher Probleme nicht eignen. Die Untersuchungen zur Urinabtrennung zeigten, dass diese einen signifikanten Beitrag zur Sicherstellung von Ablaufgrenzwerten und insbesondere zur Stabilisierung der Nitrifikation im Bodenfilter leisten kann. Urinabtrennung allein ist kein Garant fuer das Einhalten von Ablaufgrenzwerten. Wichtig ist der ordnungsgemaesse Betrieb der Gesamtanlage, der solide Fachkunde erfordert und deshalb bevorzugt an eine geeignete Institution/Firma uebergeben werden sollte