Modellierung des Fahrverhaltens an Kurven

Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, das Fahrverhalten in Kurven zu modellieren und mit den daraus erlangten Erkenntnissen die bislang dem Regelwerk zugrunde liegenden Festlegungen zu Anfangsbereichen von Kurven und Kurvenfolgen einschliesslich zugehoeriger Detailfragen, wie zum Beispiel zu Klothoidenparametern oder erforderlichen Mindestradien im Anschluss an Geraden, systematisch zu hinterfragen. Basierend auf den einzelnen Fahrverlaeufen (Trajektorien), dem Spurverhalten und den Geschwindigkeitsprofilen wurde das Fahrverhalten bei 68 Kurven, bezogen auf das 50. Perzentil der Fahrverlaeufe, modelliert. Als massgebende Faktoren fuer die Fahrspurwahl haben sich der Radius, die Radiuslaenge und die Fahrstreifenbreite erwiesen. Insbesondere die Betrachtung der Spurlagen in Bezug zu den Radien verdeutlichte, dass die bisher angewendete Radienrelation auch in der Praxis zu einem relativ harmonischen Spur- sowie Geschwindigkeitsverhalten fuehrt, insbesondere wenn die Radien gemaess Radientulpe im "guten Bereich" liegen. Sowohl was die Fahrlinien als auch die Geschwindigkeitsverlaeufe betrifft, ist generell festzustellen, dass die Verkehrsteilnehmer deutlich angemessener fahren als erwartet. Als einziger negativer Einfluss einer regelkonformen Gestaltung auf das Fahrverhalten zeichnen sich kurze Klothoidenlaengen bei kleinen Radien, kurzen Radienlaengen sowie schmalen Fahrstreifen ab.