Zur Kraftfahreignung alter Menschen

Nach der Richtlinie 2006/126/EG des Europaeischen Parlaments und des Rates koennen die europaeischen Mitgliedsstaaten insbesondere die Erneuerung von Pkw-Fuehrerscheinen von einer Pruefung der Mindestanforderungen an die koerperliche und geistige Tauglichkeit fuer das Fuehrern von Fahrzeugen abhaengig machen. Solche gesundheitlichen Ueberpruefungen hat Deutschland nicht eingefuehrt, jedoch gelten strenge Regelungen insbesondere im Hinblick auf regelmaessige gesundheitliche Checks fuer Fahrerlaubnisinhaber der Klassen C und D sowie zur Fahrgastbefoerderung. Nach einem Blick auf die statistische Unfallbeteiligung aelterer Kraftfahrer werden zwei aktuelle Gerichtsunterscheidungen naeher betrachtet, die sich mit der Fahreignung von Kraftfahrern im Alter von ueber 80 Jahren befasst haben, darunter der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Muenchen vom 06.04.2009 (11 CS 09.450, Fahrerlaubnisentzug bei einem 1920 geborenen Fahrerlaubnisinhaber) sowie der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 02.05.2012 (1 S 25.12, Fahrerlaubnisentzug bei einem 1929 geboren Fahrerlaubnisinhaber). Beiden Entscheidungen sei unter dem Gesichtspunkt der Gefahrenabwehr uneingeschraenkt zuzustimmen, denn in beiden Faellen wurden erhebliche Leistungsminderungen im realen Verkehrsverhalten festgestellt. Die Einfuehrung von gesundheitlichen Ueberpruefungen bei Pkw-Fahrern wird ab einem Alter von ueber 70 oder 75 Jahren befuerwortet, auch, um die Sicherheit dieser Altersgruppe selbst zu gewaehrleisten.

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: References;
  • Pagination: pp 441-7
  • Serial:
    • STRASSENVERKEHRSRECHT
    • Volume: 12
    • Issue Number: 12
    • Publisher: NOMOS VERLAGSGESELLSCHAFT MBH
    • ISSN: 1613-1096

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01482365
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 23 2013 7:02AM