Beitrag zur Entwicklung der Querschnittsgestaltung im Verbundbrueckenbau / On the development of sections in composite bridges

Der Beitrag behandelt die Entwicklung der Querschnittsausbildung von Verbundbruecken, die mit der von Konrad Sattler im Jahre 1953 publizierten zusammenfassenden Theorie der Verbundkonstruktionen begann. Danach bestand der Verbundquerschnitt aus einer oben liegenden Betonplatte und einem unten liegenden Stahltraeger, die schubfest miteinander verbunden sind. Sattlers Theorie und seine grafische Darstellung des Verbundquerschnitts wurden bald in ganz Europa bekannt. Die damit verbundene Vorstellung vom Tragverhalten eines Verbundtraegers trifft jedoch nur auf Einfeldtraeger zu. Bei Durchlauftraegern ist solch ein Querschnitt in Stuetzungsbereichen mit negativen Momenten ungeeignet. So kam es in verschiedenen europaeischen Laendern zur Entwicklung des Prinzips "Doppelverbund", bei dem zusaetzlich eine untere Betonplatte in den Bereichen mit negativen Momenten angeordnet wird. Das erste Bauwerk in Doppelverbund war eine 1968 ueber den Fluss Save zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina erbaute Bruecke. Zur ersten Anwendung des Doppelverbunds mit Ansatz eines elasto-plastischen Materialgesetzes kam es 1979 in Spanien bei der Bruecke von Ciervana im Grosshafen von Bilbao. Ein erstes Beispiel fuer eine Bruecke mit Doppelverbund in Deutschland ist die Innbruecke bei Wasserburg. Ein weiterer Ansatz, Verbundkonstruktionen zu entwerfen, stammt aus Frankreich, wo seit Mitte der 1980er Jahre Stahlelemente in Spannbetonkonstruktionen eingebettet wurden. Das herausragende, in dieser Bauweise erstellte Bruecke ist die "Pont de Normandie", eine Schraegseilbruecke. Weitere Entwicklungen in Frankreich beruhten auf der Idee, die Betonstege der Hohlkaesten durch hohe geschweisste Stahltraeger zu ersetzen. Zur Berechnung solcher Konstruktionen wurde ein neuer Bemessungsansatz erarbeitet. Die Vorspannung des Hohlkastens erfolgte dabei mit externen Spanngliedern. Eine Variante der Ausfuehrung von Stahlstegen besteht in der Verwendung von wellenfoermigen Stegen, die in Laengsrichtung wie eine Ziehharmonika wirken. Das erste Bauwerk in dieser Bauart ist die 1986 in Betrieb genommene Bruecke von Cognac. Danach folgte zum Beispiel der Viadukt von Vallon de Maupre in Charolles. In die Kategorie "Stahltraeger in Hohlkaesten aus Spannbeton" gehoert auch die Loesung mit Stahlfachwerken, bei der geneigte Stege sowohl in Laengs- als auch in Querrichtung durch Stahlfachwerke gebildet werden. In Frankreich wurde mit diesem Konstruktionsprinzip eine ganze Reihe von Bruecken errichtet. Der derzeit letzte Beitrag Frankreichs zu den Verbundkaesten aus Stahlbeton besteht im Einsatz eines durch senkrechte Rohre unterbrochenen Volltraegers als Steg. Die Bruecke von Meaux suedlich von Paris wurde in dieser Bauart errichtet. Die gesamte beschriebene Entwicklung hat dazu beigetragen, dass heute die Materialien Stahl und Beton im Verbundbau frei miteinander kombiniert werden koennen. ABSTRACT IN ENGLISH: A comprehensive theory of composite construction was established in Germany by Sattler in 1953. The theoretical image of the composite section with a superior concrete slab and a lower metallic structure was shaped in addition to the analytical resolution. Theory and graphical representation were going to be known together in Europe. This figure was repeated in all theoretical and academic publications, so becoming an authentic icon of the composite section. Its translation to the bridge deck in flexion was obvious: the superior slab defines the tread platform, while the metallic structure was left off-hook at the bottom. Nevertheless, in continuous decks the section is not optimal at all in zones of negative bending moments. But the overcoming of the graphical representation of the theory did not happen immediately. It was produced after a process in which several European countries played an active role and where different mechanisms of technological transference were developed. (A)

  • Authors:
    • BERNABEU LARENA, J
    • BERNABEU LARENA, A
  • Publication Date: 2011

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 185-97
  • Serial:
    • Stahlbau
    • Volume: 80
    • Issue Number: 3
    • Publisher: Ernst (Wilhelm) and Sohn

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01339780
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: May 17 2011 12:01PM