ANWENDBARKEIT VON TECHNISCHEM HARNSTOFF ZUR GLAETTEBEKAEMPFUNG AUF BRUECKEN

DIE IM WINTER 1970/71 AUF DER DEUTSCHEN ALPENSTRASSE AUF SCHNEEGLATTEN FAHRBAHNEN MIT TECHNISCHEM HARNSTOFF (UREA) UND NATRIUMCHLORID DURCHGEFUEHRTEN STREUVERSUCHE ERGABEN BEI GLEICHEN SPEZIFISCHEN STREUMENGEN, DASS 1. DIE AUFTAUWIRKUNG BEI GEPRILLTEM TECHNISCHEM HARNSTOFF BEREITS BEI LUFTTEMPERATUREN UM MINUS 1 GRAD C MIT ETWA EINSTUENDIGER VERZOEGERUNG GEGENUEBER NATRIUMCHLORID DEUTLICH SICHTBAR EINSETZT; 2. DIE BEI HARNSTOFF BEOBACHTETE VERZOEGERUNG DER AUFTAUWIRKUNG MIT SINKENDER LUFTTEMPERATUR ERHEBLICH ZUNIMMT; Z.B. BEI MINUS 6 GRAD C LUFTTEMPERATUR ZEIGTEN SICH ERSTE SCHNEEMATSCHBILDUNGEN NACH 3 STUNDEN EINWIRKZEIT, BEI NATRIUMCHLORID WAR DAS BEREITS NACH 1 STUNDE DER FALL; 3. SICH AN DEN WECHSELSTELLEN SALZ/HARNSTOFF DEUTLICH UNTERSCHIEDLICHE FAHRBAHNZUSTAENDE HERAUSBILDEN, DIE EINE VERKEHRSGEFAEHRDUNG ZUR FOLGE HABEN KOENNEN. UNTERSUCHUNGEN ZUR BESTIMMUNG DER AUFTAULEISTUNG VON TECHNISCHEM HARNSTOFF UND NATRIUMCHLORID IN DEN KUEHLRAEUMEN DER AUSSENSTELLE INZELL ERGABEN, DASS BEI MINUS 1 GRAD C DIE 1,4FACHE MENGE AN TECHNISCHEM HARNSTOFF ERFORDERLICH IST, UM DIE GLEICHEN TAULEISTUNGEN WIE BEI NATRIUMCHLORID ZU ERZIELEN. BEI MINUS 10 GRAD C WIRD DAFUER BEREITS DIE DOPPELTE MENGE AN TECHNISCHEM HARNSTOFF BENOETIGT. PRAXIS UND LABORVERSUCHE MIT TECHNISCHEM HARNSTOFF DER STICKSTOFFWERKE LINZ ERGABEN WEGEN DES HOHEN ANTEILS AN GROBKORN DEUTLICH UNGUENSTIGERE ERGEBNISSE ALS DIE VERSUCHE MIT GEPRILLTEM HARNSTOFF. AUFGRUND DER TEMPERATURABHAENGIGEN, VON NATRIUMCHLORID UNTERSCHIEDLICHEN TAULEISTUNG BEI TECHNISCHEM HARNSTOFF SIND BEI WECHSELWEISER ANWENDUNG VON SALZ UND UREA ENTSPRECHEND UNTERSCHIEDLICHE WINTERLICHE FAHRBAHNZUSTAENDE ZU ERWARTEN. EINE VERWENDUNG VON TECHNISCHEM HARNSTOFF ALS KORROSIONSNEUTRALER AUFTAUSTOFF KANN DESHALB AUS GRUENDEN DER VERKEHRSSICHERHEIT NICHT EMPFOHLEN WERDEN. (ALTE IDS-NR. 39636).