VERSUCHE ZUM NACHWEIS DER RISSEBESCHRAENKUNG BEI VERBUNDTRAGWERKEN

UNTERSUCHUNG DER BEANSPRUCHUNG VERSCHIEDENER KONSTRUKTIONEN VON ORTHOGONAL-ANISOTROPEN PLATTEN FUER BRUECKEN UND DIE FUER DIESE VERSUCHE NOTWENDIGE ERWEITERUNG DES PRUEFGERUESTES

Zur Beschraenkung der Rissbildung in Fahrbahnplatten von Verbundbruecken wird im Bereich der negativen Stuetzmomente ueber den Pfeilern eine entsprechende schlaffe Bewehrung angeordnet. Ziel des Forschungsvorhabens war es, den Haupttraeger einer Verbundbruecke im Bereich negativer Momente hinsichtlich des Verhaltens im Gebrauchstauglichkeitsbereich zu untersuchen, wobei auch die in OENORM B 4502 getroffene Annahme bezueglich einer Mindest-Laengsbewehrung von =0,45 Prozent bzw. 0,9 Prozent ueberprueft werden sollte. Zur experimentellen Untersuchung von Bauteilen wurde ein raeumliches Pruefgeraet gefertigt, das eine horizontale Gesamtbelastung bis 30.000 KN fuer einen Bauteil zulaesst. Weiters wurde eine ueber eine computerunterstuetzte Prozessdatenerfassungsanlage gesteuerte und im Messsystem integrierte elektrohydraulische Belastungsanlage mit einem Zylinder fuer eine Hublast von 1.000 Tonnen und zwei Zylinder fuer eine Hublast von je 630 Tonnen entwickelt. Das Messsystem selbst besteht aus einem Prozessdatenerfassungs- und Steuergeraet, Mikrocomputer, Plotter, Drucker und Terminal. Zur Dokumentation und Auswertung einer Vielzahl von Verformungen bei einer grossen Anzahl von Belastungsstufen erfolgte eine automatische Messwerterfassung fuer ueber 400 Messstellen. Neben der Fertigung von drei Versuchstraegern mit einem Gewicht von je 18 Tonnen war die Entwicklung von verschiedenen Sensoren erforderlich, die das Messen von Dehnungen im Beton, in den Bewehrungsstaeben und auf der Betonoberflaeche ermoeglichen. Diese Sensortypen koennen auch fuer in-situ-Messungen eingesetzt werden. Die Versuche ergaben eine maximale Erstrissbreite von 0,225 mm und bei rund 50 Prozent der rechnerischen Verkehrslast eine Rissbreite von 0,3 mm. Da die Trennrisse meist Laengsrisse an den Querbewehrungsstaeben sind, kann Korrosion auf einem groesseren Bereich der Bewehrungsstaebe stattfinden. Es wird daher empfohlen, ueber die gesamte Plattenbreite fuer die Mindest-Laengsbewehrung einen Bewehrungsgrad =0,9 Prozent zu waehlen. Die Rissabstaende entsprachen den Abstaenden der Querbewehrungsstaebe. Das Rissbild wird somit massgeblich von der Anordnung der Bewehrung gepraegt. Der Rissmechanismus wird beschrieben und dem letzten Entwicklungsstand der Risstheorien und den Regelungen der Rissbeschraenkungen in den Normenwerken gegenuebergestellt.