SZENARIO ZUR VERKEHRSENTWICKLUNG MIT DER DDR UND MIT OSTEUROPA

Mit der vorliegenden Studie wird erstmals eine differenzierte Prognose fuer den zukuenftigen Ost-West-Verkehr vorgelegt; der Prognosehorizont ist das Jahr 2010. Wichtige Rahmendaten sind eine Angleichung des Bruttoinlandproduktes je Einwohner von der Bundesrepublik Deutschland und der DDR bis zum Jahre 2010. Dies setzt in der DDR eine reale Wachstumsrate von 5,4 Prozent pro Jahr je Kopf der Bevoelkerung voraus. Fuer 2010 wird fuer die Bundesrepublik Deutschland ein erhoehter Einwohnerwert von 61 Millionen, fuer die DDR von 17 Millionen unterstellt. Ebenfalls wird eine Motorisierungsrate in der DDR im Jahre 2010 von 480 Pkw je 1.000 Einwohner und in der Bundesrepublik Deutschland von 560 Pkw pro 1.000 Einwohner prognostiziert. Untersucht werden der Strassengueterfernverkehr und der Personenfernverkehr. In der Bundesrepublik Deutschland steigt das Aufkommen im Gueterverkehr gegenueber den frueheren Prognosen um rund 30 Prozent und im Personenverkehr um rund 3 Prozent. Im Ost-West-Verkehr treten jedoch explosionsartige Zuwaechse auf. Gegenueber 1985 nimmt der Verkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sowie den sonstigen RGW-Staaten um das Zehnfache zu; im Personenverkehr betraegt der Erhoehungsfaktor bei der Fahrtenzahl sogar das Achtzehnfache. Der Gueterverkehr ueber die bisherige Zonengrenze steigt auf das Siebenfache, der Personenverkehr auf das rund Achtfache der Werte von 1985 an. Bei den auf die DDR bezogenen Verkehren wird die Eisenbahn im Gueterverkehr einen Marktanteil beim Aufkommen von 27 Prozent und beim Personenfernverkehr von 8,5 Prozent aufweisen, waehrend der Strassenverkehr im Gueterverkehr einen Anteil von 48 Prozent und im Individualverkehr von 87,5 Prozent erreichen kann. Die Prognoseergebnisse zeigen, dass in Zukunft mit erheblichen Engpassproblemen bei den Verkehrsinfrastrukturen zu rechnen ist.