PSYCHOLOGISCHE GESICHTSPUNKTE DER GESCHWINDIGKEITSWAHL

Die Wahl der Geschwindigkeit ist das Ergebnis eines Entscheidungsvorganges. Die situationsbedingte Entscheidung ist bestimmt durch die jeweilige Verkehrssituation und in erster Linie von der Interpretation der jeweiligen aeusseren Verhaltensbedingungen durch den Fahrer abhaengig. Fuer Interpretationen am geeignetsten sind optische Informationen aus dem Strassenraum. Die Verwertung solcher Informationen haengt von der aktuellen Motivation des Fahrers ab. Forschungsergebnisse zeigen eine Tendenz zur erlebnismaessig positiven Bewertung der Fahrgeschwindigkeit, die mit einer einseitigen Selektion und Verarbeitung und damit einer verzerrten Situationsinterpretation verbunden sein koennen. Folglich muss durch die Gestaltung des Informationsangebots unter Beachtung von Ergebnissen der empirischen Forschung eine Entschaerfung herbeigefuehrt werden. Dabei sind raeumliche Naehe zur Fahrbahn, Auffaelligkeitswert und Abfolge in der Fahrtrichtung besonders bedeutsame Moeglichkeiten gezielter Geschwindigkeitswahlbeeinflussung. Fahrzeugmerkmale werden aus Komfort- und anderen Gruenden wenig genutzt. Eine Geschwindigkeitsbeschraenkung erzwingt zwar ein bestimmtes Verhalten, aendert aber nicht die zugrunde liegenden Motive, zumal sie in der konkreten Einzelsituation unter Umstaenden fuer den Fahrer keinen erkennbaren Nutzen bringt. Eine zu geringe Ueberwachungsintensitaet und damit erfolgreiche Geschwindigkeitsueberschreitungen koennen sogar zum negativen Lernen fuehren. Zielfuehrender als eine Blockierung des unerwuenschten ist die subtile Hinfuehrung zum erwuenschten Verhalten.

  • Authors:
    • KLEBELSBERG, D
  • Publication Date: 1990

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01253064
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 6:38AM