EINFLUSS EINER ZUGBEWEHRUNG IM ZWEISCHICHTENSYSTEM AUF DAS VERFORMUNGSVERHALTEN UND DIE TRAGFAEHIGKEIT DES BODENS

Geotextilien (flaechige in Boden eingelegte Gewebe, Vliese, Gitter, et cetera) finden seit Mitte der 70er Jahre verstaerkt Einsatz im Erdbau. Neben der Funktion der Trennung unterschiedlich gekoernter Boeden, der Schaffung hydraulisch und mechanisch wirksamer Zwischenfilter kommt diesen Einlagen auch statische Bedeutung zu hinsichtlich der Festigkeitserhoehung beziehungsweise Tragfestigkeitsverbesserung des Bodenmediums. Die Beschreibung der tragfaehigkeitsverbessernden Wirkung von geotextilen Flaechenbewehrungen im bodenmechanischen Zweischichtensystem mit versuchstechnischen und theoretischen Ansaetzen ist Ziel dieses Forschungsauftrages. In der ersten Phase des Projekts wurde die Tragfaehigkeit von bewehrten Zweischichtensystemen unter Verwendung von starrplastischen kinematischen Verschiebungsmodellen (rechnerisch mit der Kinematischen Elemente Methode) untersucht. Zur Ueberpruefung des Tragverhaltens wurden begleitend starrplastische Modellversuche ("Schneebeli"-Versuch) an bewehrten und unbewehrten Systemen durchgefuehrt. Systemverformungen und Geotextildehnungen konnten am kleinmassstaeblichen Zweischichtenbodenmodell gemessen werden. Die Tragfaehigkeitserhoehung durch Membrankraefte bei grossen Verformungen kann in Abhaengigkeit von den vorgegebenen Groessen der Vertikalverformung, der Bewehrungssteifigkeit und der Untergrundtragfaehigkeit (beziehungsweise Bettungswirkung) bei Variation der Form der Verformungsmulde so ermittelt werden, dass die Gesamttragfaehigkeit des Systems ein Minimum wird. Um eine anwendungsgerechte, ingenieurmaessige Tragfaehigkeitsberechnung zu ermoeglichen, wird der Spreizkrafteffekt ueber eine multiplikative Erhoehung der Traglastfaktoren und der Membraneffekt ueber ein additives Glied in die bekannte Grundbruchgleichung (Din 4017) integriert.In der zweiten Phase des Projektes werden nun Belastungsversuche im Feld durchgefuehrt. Bewehrungsdehnungen, Spannungsverteilungen und Vertikalverformungen im Untergrund und in der Tragschicht werden dabei gemessen. Kontinuumsmechanische Berechnungsmethoden sollen an diesen Messungen kalibriert werden, sodass im Anschluss daran Parameterstudien erfolgen koennen.