PRUEFUNG DES VERFORMUNGSVERHALTENS VON RUND-, KANT- UND BRECHKOERNUNGEN IM SPURRINNENTEST

Rundkoernungen und Kantkoernungen aus zehn Kiesaufbereitungsanlagen, Gemische aus diesen und 6 Brechkoernungen wurden auf ihr Verformungsverhalten im Spurrinnentestgeraet untersucht. Die Koernungen wurden hinsichtlich Kornzusammensetzung, Bruchflaechigkeit und Kornform beschrieben. Alle Korngruppen wurden in ihre Kornklassen zerlegt, gewaschen und getrocknet. Die zu pruefenden Koernungen wurden dann aus den Kornklassen zu einer in der Mitte des Sieblinienbereiches fuer BTS 22 liegenden Sieblinie wie folgt zusammengesetzt: 100 Prozent Rundkoernung; 50 Prozent Rundkoernung und 50 Prozent Kantkoernung; 100 Prozent Kantkoernung und 100 Prozent Brechkoernung. Mit einer Zugabe von Erdoelbitumen B 100 wurde die Zusammensetzung im Verfahren nach Marshall so optimiert, dass ein Hohlraumgehalt am Marshallkoerper von 4 Prozent angestrebt wurde. Mit der optimierten Zusammensetzung wurden mit dem Plattenverdichter des LCPC Probeplatten mit den Abmessungen 60 x 40 x 10 cm und einem Verdichtungsgrad von etwa 98 Prozent hergestellt. Aus den Probeplatten wurden jeweils zwei Pruefkoerper mit den Abmessungen 50 x 18 x 10 cm herausgeschnitten und im Simulateur de Trafic Orni reur bei + 40 Grad Celsius 30.000 Radlastzyklen mit einer Frequenz von 1 Hz und einer Anpresskraft von 5 kN und einem Reifeninnendruck von 6 bar (0,6 MPa) unterworfen. Die Tiefe der Spurrinnen wurde nach 100, 300, 1.000, 3.000, 10.000, 20.000 und 30.000 Radzyklen an jeweils drei Messstellen in fuenf Querprofilen gemessen und gemittelt. Bei allen Kornsorten, auch bei Rundkoernungen, wurden Korngemische angetroffen, mit denen sich unter den Versuchsbedingungen minimale Spurrinnentiefen in der Groessenordnung von 2,5 bis 4 Prozent einhalten lassen. Die groesste Sicherheit gegenueber uebermaessigen Verformungen gewaehrleistet der Einsatz gebrochener Koernungen. Zahlenmaessig nicht erfassbare Groessen wie Oberflaechenrauhigkeit und Chemismus des Gesteins spielen eine wesentliche Rolle. Sehr stark wird die Ausbildung von Spurrinnen durch den Hohlraumgehalt am Marshallkoerper, den Auffuellungsgrad und den Hohlraumgehalt am Pruefkoerper beeinflusst, wobei Rundkoernungen am empfindlichsten und Brechkoernungen am unempfindlichsten reagieren. Die Forderung, fuer die Herstellung von BT I und HSTS nur Brechkoernungen zuzulassen, ist nicht aufrechtzuerhalten. Unterschiede im Hohlraumgehalt und Auffuellungsgrad, die durch die bisher erlaubten Abweichungen von der Zusammensetzung der Eignungspruefung moeglich sind, wirken sich auf die Verformungsbestaendigkeit staerker aus als die Bruchflaechigkeit. Die an den untersuchten Proben bestimmten Kornformen, gemessen als Laengen-Dickenverhaeltnisse, wirken sich auf die Verformungsbestaendigkeit kaum aus. Aus prueftechnischen Gruenden ist eine Unterscheidung der einzelnen Koerner nur in rundflaechig, mehr als 50 Prozent bruchflaechig und allseits gebrochen moeglich.

  • Authors:
    • FENZ, G
    • Gregori, H
    • GREGORI, M
    • Krzemien, R
    • WALDHANS, H
  • Publication Date: 1991

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01252412
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 6:24AM