ABBAU DER RISIKOBEREITSCHAFT VON FAHRANFAENGERN

Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung und Erprobung curricularer Bausteine zur Ausbildung und Verhaltensbeeinflussung junger Fahrer, die den affektiven Bereich des motorisierten Fahrens betreffen. Ausgehend von dem Spannungsverhaeltnis zwischen den Tendenzen der jungen Fahrer und der Verkehrssicherheitsposition wurden didaktische Materialien erarbeitet, die sowohl fuer Fahrlehrer und Moderatoren wie fuer die jungen Fahrer anschaulich und praktikabel sein sollten. Das Konzept der "Schluesselsituationen" diente dazu, es beiden Seiten zu ermoeglichen, die Verursachungs- und Wirkungszusammenhaenge emotionaler Verwicklungen im Verkehr zu "erschliessen". In Zusammenarbeit mit Fahrlehrern, Kursmoderatoren, Verkehrspaedagogen und Werbefachleuten wurden 7 Unterrichtseinheiten fuer den Fahrschulunterricht entwickelt und in Theoriekursen mit insgesamt 95 Fahrschuelern erprobt. Weiterhin wurden 3 Nachschulungskurse fuer junge Fahrer nach offizieller und modifizierter Konzeption durchgefuehrt und verglichen. Schliesslich wurde die psychologische Wirkung einer Plakatkampagne zur Beeinflussung von Motorradfahrern in Gruppendiskussionen (Experimental- und Kontrollgruppe) ueberprueft. Die Erprobung der curricularen Bausteine zeigt, dass es moeglich ist, Lernziele im affektiven Bereich zu erreichen und bei jungen Fahrern einen Prozess der Reflexion ueber emotionale Verwicklungen beim motorisierten Fahren in Gang zu bringen. Psychische Grundtendenzen und Konfliktstellen wurden den Beteiligten an verschiedenen Beispielen und auf verschiedenen Ebenen deutlich. Durchgaengig zeigte sich die dringende Notwendigkeit, bei Fahrausbildung und Verkehrserziehung wie auch in der Ausbildung und Weiterbildung von Fahrlehrern den speziellen Systemcharakter des Strassenverkehrs zu betonen. Die Teilnahme am Verkehr kann nicht unter Praemissen erfolgen, wie sie in anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel im Sport, Gueltigkeit haben. (A)