VERGLEICHSMESSUNGEN ZWISCHEN DEM STUTTGARTER REIBUNGSMESSER UND DER SIDEWAY-FORCE-COEFFICIENT-ROUTINE-INVESTIGATION-MACHINE IM HINBLICK AUF IHRE EINSATZMOEGLICHKEITEN IM RAHMEN DES MANAGEMENT DER STRASSENERHALTUNG

Bei Vergleichsmessfahrten auf 21 circa 500 m langen Messstrecken und auf einem circa 206 km langen Rundkurs wurden vier Griffigkeitsmessgeraete miteinander verglichen (die SCRIM der BASt, eine vom Ingenieurbuero Schniering und Potschka aus England angemietete SCRIM (SCRIM-ISP), der SRM der BAStund der SRM der TU Berlin). Auf den 21 Messstrecken wurden zwei Messungenim Abstand von einer Woche jeweils mit den Messgeschwindigkeiten 40, 60 und 80 km/h von jedem Messgeraet durchgefuehrt. Alle vier Messgeraete wiesen den drei schlechtesten Messstrecken die gleichen Rangplaetze zu. Bei guter Griffigkeit wurde ebenfalls einheitlich beurteilt. Nur im mittleren Bereich der Rangfolgen liessen sich groessere Unterschiede beobachten. Regressionsberechnungen stellten fuer die beiden SRM einen strafferen Zusammenhang fest als zwischen den zwei SCRIM. Die maximalen Variationskoeffizientenfuer Wiederholmessfahrten lagen bei beiden Messsystemen bei maximal 8 %, zum Teil konnten diese jedoch nur abgschaetzt werden. Beim Vergleich der Messsysteme kam es auf circa 3 % des Rundkurses bei den SRM zu einem unterschiedlichen Urteil gegenueber den SCRIM. Dies fand seinen Grund im intermittierenden Messrythmus (100 m Messen, 400 m Freilauf) der SRM. Der 100 m-Messabschnitt wird fuer die Beurteilung von 500 m zugrundegelegt. Die SCRIMmassen kontinuierlich. Teilweise betrug der Streckenanteil mit einer unterschiedlichen Beurteilung bis zu 17 %. Dieser Anteil koennte verringert werden, wenn auf Streckenabschnitten mit haeufig wechselnden Belaegen die SRM kontinuierlich messen wuerden. Durch die sehr gute Uebereinstimmung der Ergebnisse der beiden SRM empfiehlt es sich fuer Forschungszwecke weiterhin den SRM als Verfahren zur Messung von Griffigkeit anzuwenden. Die SCRIM der BASt ist in gleicher Weise zum Einsatz fuer Forschungszwecke geeignet.Ihr fehlt jedoch gegenueber dem SRM ein Bewertungshintergrund. Die geschwindigkeitsunabhaengige Annaessung schraenkt den Einsatz der SCRIM - FSP fuer Forschungszwecke stark ein. Fuer die Untersuchung von Deckschichten im Bereich von Unfallhaeufungsstellen sind beide Messverfahren als geeignet anzusehen, da jedes in der Lage ist, mangelhafte Griffigkeit zu erkennen. Auch fuer Griffigkeitsuntersuchungen im Zuge einer Deckenabnahme sind beideMessverfahren geeignet, da sich bei den Langstreckenmessungen eine gleichartige Beurteilung der Griffigkeit beobachten liess. Beim netzmaessigen Erfassen im Rahmen des Managements der Strassenerhaltung sind beide Systeme als gleichwertig zu betrachten, solange der Streckenanteil mit haeufig wechselnden Belaegen (Abstand der Belagwechsel unter 500 m) nicht zu hoch ist, das heisst, dass es durch Leerfahrten zum Wassertanken bei dem SRM nichtzu Mehrkosten kommt.