ERFORSCHUNG DES LANGZEITVERHALTENS EINES NEUARTIGEN DECKENSYSTEMS MIT GEOTEXTIL - EINLAGEN ZUR FLAECHENHAFTEN ENTWAESSERUNG

Im Rahmen des Forschungsauftrages sollte die Auswirkung eines zwischen einer Betondecke und einer hydraulisch gebundenen Tragschicht HGT angeordneten Geotextils auf die Beanspruchung und Verformung sowie die Drainwirkung des Geotextils untersucht werden. Dazu wurden Komponentenversuche und Messungen an einer Betonfahrbahnplatte im Grosspruefstand durchgefuehrt. Verwendet wurde ein Polypropylen-Geotextil mit 500 Gramm pro Quadratmeter Flaechengewicht und 5 Millimeter Dicke. In die Vorversuche wurde ein Geotextil mit 800 Gramm pro Quadratmeter und 8 Millimeter Dicke einbezogen. Die Belastungsversuche zeigen, dass mit zunehmender Anzahl der Belastungen und zunehmender Groesse der Belastung die Steifigkeit des Geotextils anwaechst. Bei der Bemessung kann ein wirksamer Elastizitaetsmodul von 1 N pro Quadratmillimeter in Ansatz gebracht werden. Anhand der bei verschiedenen Belastungspunkten (Plattenmitte, Fugenrand, Plattenrand und Platteneck) gemessenen Biege- und Dehnungslinien ist eine erhoehte Biegebeanspruchung des Deckensystems gegenueber einem Aufbau ohne Geotextil zu erkennen. Aufgrund der theoretischen Nachrechnung mit Hilfe der Mehrschichtentheorie und der Versuchsergebnisse macht die Anwendung eines Geotextils eine Verstaerkung der Betondeckendicke von 22 auf 24 Zentimeter erforderlich. Beim vorliegenden Deckensystem war die Wasserdurchlaessigkeit der HGT groesser als die des Geotextils, das heisst die angestrebte Drainwirkung wurde nicht erreicht. Wegen der wirksamen Unterbrechung des Verbundes und der zusaetzlichen elastischen und plastischen Auflagerung der Betondecke durch das Geotextil wird der Einbau bei einem sehr steifen Untergrund (Felsboden) oder bei einer nicht entspannten, alten Betondecke oder bei Vorhandensein von klaffenden Rissen in einer nicht durch Kerben unterteilten HGT oder Magerbetonschicht empfohlen.