MESSUNG DER BEANSPRUCHUNG VON BRUECKENLAGERN DURCH TEMPERATUR, WIND UND LASTEN, INSBESONDERE BESTIMMUNG DER VERFORMUNGSGESCHWINDIGKEIT

Baupraktische und experimentelle Erfahrungen geben Anlass zu der Vermutung, das die Versuchsparameter der sogenannten Modell-Lager-Reibungsversuche nur unbefriedigend die realen Betriebsbeanspruchungen von Brueckengleitlagern erfassen. Solche Versuche an stark vereinfachten Lagern dienen vorrangig zur Gueterueberwachung; die fuer die Bemessung angrenzender Bauteile wichtigen Reibungszahlen resultieren jedoch gleichfalls aus derartigen Versuchen. Tatsaechlich im Bauwerk vorhandene Reibungszahlen koennen daher nur in ihrer Groessenordnung angenommen werden. Aussagen ueber deren Abhaengigkeit von bauwerksspezifischen Beanspruchungsparametern und die fuer die Bauwerksunterhaltung relevante Gebrauchsdauer scheinen derzeit nicht moeglich. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Brueckengleitlager" wurden durch das ibac Dauermessungen an einer ausgewaehlten Spannbeton-, Verbund- und Stahlbruecke durchgefuehrt, um das Beanspruchungskollektiv im praktischen Dauerbetrieb zu konkretisieren. Die Untersuchungen an allen Brueckenbauwerken sind abgeschlossen, und zwischenzeitlich liegt der Abschlussbericht zu den Untersuchungen an der Stahlbruecke dem Foerderer vor. Die Ergebnisse bestaetigen die eingangs formulierte Vermutung, dass massgebliche Beanspruchungsparameter und insbesondere die Verschiebungscharakteristik erheblich von den Parametern der Laborversuche abweichen. Eine zusammenfassende Beurteilung der drei Einzeluntersuchungen hinsichtlich der baupraktischen Verwertbarkeit ist in Vorbereitung. (A)