ERMITTLUNG DER FAHRZEITEN UND DES ENERGIEBEDARFS DES KRAFTFAHRZEUGVERKEHRS AUF STRASSEN UND STRASSENNETZEN IN BEBAUTEN GEBIETEN FUER WIRTSCHAFTLICHE VERGLEICHSRECHNUNGEN UNTER BESONDERER BERUECKSICHTIGUNG DER WARTEZEITEN AN VERKEHRSKNOTENPUNKTEN (STUFE 2)

Die in den Richtlinien fuer die Anlage von Strassen, Teil Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen (RAS-W) enthaltenen Verfahrensanleitungen zur Ermittlung des Mengengeruestes fuer die Komponenten: Fahrtzeiten, Betriebskosten (Energiebedarf) und Schadstoffbelastungen enthalten fuer inneroertliche Strassentypen bisher pauschalierte Ansaetze. Eine differenzierte Beruecksichtigung vorhandener beziehungsweise geplanter Knoten- und Streckentypen bei der Ermittlung des Verkehrsablaufes ist unerlaesslich, um Auswirkungen einer Verkehrsbaumassnahme in inneroertlichen Netzelementen zuverlaessig abschaetzen zu koennen. Das Ergebnis der vorliegenden Forschungsarbeit ist die Ermittlung von Grundlagen fuer die Erfassung und Quantifizierung von Reisezeiten des Kfz-Verkehrs in Strassennetzen und auf Strassenzuegen in bebauten Gebieten. Das Verfahren ermoeglicht eine getrennte Ermittlung der Fahrzeiten auf Streckenabschnitten und die Berechnung der Knotenwartezeiten. Ein Vergleich verschiedener Reisezeitmodelle aus der Literatur fuehrte zu stark voneinander abweichenden Ergebnissen. Diese Unterschiede sind ueberwiegend dadurch erklaerbar, dass die Modelle stets auf Messungen auf Streckenzuegen (also einer Folge von Strecken und Knoten) mit unterschiedlichen Knoteneinfluessen basieren. Nur durch ein aus Strecken- und Knotentypen bestehendes Baukastensystem ist daher eine raeumliche Uebertragbarkeit des Reisezeitmodells gewaehrleistet. Sind die Zusammenhaenge zwischen den Merkmalen des Verkehrsumfeldes (Vorgaenge im ruhenden Verkehr, Funktion der Strasse etc.) und dem Anteil der gestoerten Fahrten bekannt, so ist es mit der Kenntnis der Auswirkung der Stoerungen auf den Verkehrsablauf moeglich, direkt von den Merkmalen des Verkehrsumfeldes auf den Verkehrsablauf eines Streckenabschnittes zu schliessen. Im Hinblick auf den Energieverbrauch (aber auch zur Quantifizierung der Nutzenkomponenten Laerm- und Abgasbelastungen) kommt dem Geschwindigkeitsverlauf auf der Strecke besondere Bedeutungzu. Die in der Stufe 1 des Forschungsvorhabens (FA 1.065) entwickelten Ansaetze zur Typisierung staedtischer Strassenraeume hinsichtlich der gefahrenen Geschwindigkeiten wurde ergaenzt und abgesichert. Dazu wurden sowohl aus vorhandenen Untersuchungen und mit Hilfe exemplarischer Erhebungen folgende Einflussgroessen auf den Verkehrsablauf erhoben: a) Anteil der durchandere Verkehrsteilnehmer gestoerten Fahrten, b) Art und Ausmass dieser Stoerungen, c) Geschwindigkeitsprofil ueber den Streckenverlauf und weitereCharakteristika. Nachdem nunmehr ein detailliertes Verfahren zur Fahrzeitermittlung und zum Energieverbrauch auf einem staedtischen Strassennetz vorliegt, sollte dieses Verfahren anhand eines ausfuehrlichen Praxisbeispiels auf seine Aussagefaehigkeit hin ueberprueft werden. Hinzu kaeme noch einVergleich mit anderen Verfahren; nicht nur den RAS-W, um Aussage ueber Arbeitsaufwand, Genauigkeit und Kompatibilitaet der Ergebnisse machen zu koennen.