UNTERSUCHUNGEN ZUM RETTUNGSWESEN. BERICHT 30. ABLAUF VON NOTFALLEINSAETZEN IM RETTUNGSDIENST

Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Beantwortung aktueller Fragen zum Ablauf von Notfalleinsaetzen im Rettungsdienst. Im einzelnen sollte unter anderem dabei geklaert werden, in welchem Ausmass und in welcher Art die Taetigkeit des Rettungsdienstes behindert wird. Ausserdem sollte das Erste-Hilfe-Verhalten von Laien in Abhaengigkeit vom Einsatzanlass untersucht werden. Daneben sollte festgestellt werden, inwieweit die aufgrund des Meldebildes getroffene Alarmierungsentscheidung den tatsaechlichen Umstaenden des Notfalls entspricht. Ergebnisse: Den Auswertungen liegen 2.239 ausgefuellte Erhebungsbogen aus 27 Rettungsdienstbereichen zugrunde. Bei den Einsaetzen handelt es sich um 1.071 Notarzteinsaetze (47,8 Prozent) und 1.168 Notfalleinsaetze (52,2 Prozent) ohne Notarztbeteiligung. Bei etwa jedem fuenften (18,3 Prozent) Notfalleinsatz (mit und ohne Notarztbeteiligung) wird die Anfahrt zum Einsatzort behindert. Hauptursachen sind Verkehrsstaus und Behinderungen an Lichtsignalanlagen. Die Arbeit des Rettungsdienstes am Einsatzort selbst wird bei etwa jedem 13. Notfalleinsatz (7,5 Prozent) behindert; haeufigste Ursache sind hier Schaulustige. Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass bei etwa jedem 15. Notfalleinsatz (6,8 Prozent) durch die am Notfallort anwesenden Personen (potentielle Ersthelfer) keine Erste Hilfe geleistet wurde. Insgesamt zeigte sich, dass bei Unfaellen (Verkehrs-, Arbeits- und sonstiger Unfall) die am Notfallort bereits anwesenden Laienhelfer eine groessere Bereitschaft zur Erste-Hilfe-Leistung zeigten als dies bei Notfaellen mit internistischer Ursache der Fall war (52,8 Prozent gegenueber 37,8 Prozent). Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurde auch ueberprueft, inwieweit die aufgrund des Meldebildes getroffene Entscheidung der Alarmierung (Notfalleinsatz mit oder ohne Notarztbeteiligung) mit der am Einsatzort tatsaechlich vorgefundenen Lage uebereinstimmte. Hier zeigte sich, dass bei etwa jedem 13. Notfalleinsatz (7,4 Prozent), der zunaechst ohne Notarztbeteiligung durchgefuehrt wurde, nach Lage vor Ort eigentlich ein Notarzteinsatz haette veranlasst werden muessen. Unterschieden nach Einsatzanlass zeigt sich, dass aufgrund der tatsaechlich vorgefundenen Umstaende am Einsatzort bei internistischen Notfaellen am haeufigsten die Indikation fuer einen Notarzteinsatz besteht, bei fast jedem zweiten (45,6 Prozent) dieser Faelle wird ein Notarzt benoetigt. Bei Verkehrsunfalleinsaetzen gilt dies fuer etwa jeden vierten Einsatz (26,6 Prozent). Eine Notwendigkeit zur Nachalarmierung eines Notarztes bei Notfalleinsaetzen, die zunaechst ohne Arzt durchgefuehrt wurden, wurde bei 8,8 Prozent dieser Einsaetze gesehen. Trotz der bestehenden Notwendigkeit wurde bei knapp einem Drittel (32,3 Prozent) dieser Einsaetze kein Notarzt nachalarmiert, da er nicht in einer angemessenen Zeit den Einsatzort haette erreichen koennen. In mehr als der Haelfte der Faelle (52,1 Prozent) musste ein Notarzt nachalarmiert werden, weil aufgrund des Inhaltes der Notfallmeldung die Schwere der vorliegenden Verletzung beziehungsweise Erkrankung urspruenglich nicht erkennbar war. Am Einsatzort angekommen, muss vom Rettungsdienstpersonal in der Regel eine Fuelle von Massnahmen am Patienten durchgefuehrt werden. Die Analyse dieser Massnahmen hat gezeigt, dass bei etwa jedem vierten Notfallpatienten eine Infusion angelegt werden muss oder aber auch ein EKG abgeleitet wird (26,7 Prozent beziehungsweise 23,3 Prozent). Insgesamt hat sich gezeigt, dass von dem bei Notfaellen eingesetzten Rettungsdienstpersonal ein hohes Mass an notfallmedizinischen Kenntnissen erwartet werden muss, um ihren taeglichen Aufgaben in der Notfallrettung gerecht werden zu koennen. (A*) Bericht zum Forschungsprojekt 7.8951.2 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen (IDS-Nummer 704553).

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01250753
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 5:33AM